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Das kleine Portrait in Profil, welches Lux's Tochter''!von ihm besitzt, zeigt Freimut nnd Entschlossenheit inseinen Mienen ausgeprägt; der etwas vorspringende Stirn-knochen nnd die ein wenig emporgebvgene Nase verratenLebhaftigkeit und Intelligenz, während der Mund mit densehr festen Konturen einen höchst energischen Willen be-kundet.
Seine Frau überlebte ihu bis zum Jahre 1814; siewurde in Mainz vom Typhus hingerafft, den oer Rückzugder großen Armee in die Stadt eingeschleppt hatte. Jenerletzte Brief, dnrch welchen Lux ihr und den Kindern seinenSegen sandte, war nie in ihre Hände gelangt. Er ist beiden Akten geblieben, die ich vor mir habe, und mit vielenanderen zusammen in einein grauen Umschlag vergraben,der in einfacher und schrecklicher Zusammenfassung denTitel ,,Nm-t." trägt. Nie hat Sabine ihren Töchtern jenenScheidegruß vorlesen können, durch welchen ihr sterbenderVater ihnen seine Deukuugsweise, das Beispiel feinesLebens uud Todes vermachte. Und dennoch trat — selt-samerweise! — die älteste von diesen Töchtern jene Hinter-lassenschaft mit beklagenswerter Treue an. Sie hatte ingewissem Grade den Geist ihres Vaters geerbt, die Liebezur Einsamkeit, die Freude am Studium, den überschweng-lichen Kultus des Ideals, dem er sich zugewandt, deuunwiderstehlichen Trieb zum Tode. Ihre Geschichte ist
Dies ist Lux's zwcitc Tochter. Zur Zeit, da dieser Artikel ge-schrieben wurde, im Jahre 1866, wcir sie noch am Leben: sie standim Alter von 78 Jahren und wohnte in Nürnberg . Der Verfasserhat mehrere Einzelheiten, die in der Biographie vorkommen, vonihr erbitten lassen. Sie befand sich im vollen Besitz ihrer Fähig-keiten, und der Freund, der sie im Auftrage des Verfassers befragte,war überrascht von der Vornehmheit nnd Würde, welche sie trotzeiner mehr als bescheidenen Existenz bewabrt hatte.