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Einen besseren Oekonomen konnte man nicht sehen, als derJunggeselle war, noch zur Zeit als ihn, den berühmtenSchriftsteller, die Verleger umwarben. Mehr als einmalsand ich ihn, mitten im üppigen Paris , Ivo Hundertestrotzender Häuser ihm dankbar ihre Gastfreundschaft boten,mit ein paar gedörrten Pflanmen frühstückend, die er umzwei Sons beim Krämer eingethan und eine nach deranderen aus der Tasche langte.
Der noch nicht zwanzigjährige Studeut ward in Wien Erzieher. Auch später noch lag er hier und da dieserschweren Kunst ob, und er war ein Meister darin wiewenige. Die Menschen, die er geformt hat, sind alle ge-lungen, alle vom Grund aus durchdrungen worden mitder Achtung vor den Idealen des Lebens. Nichts vielleichtwar er in so reichem Maße, als ein Künstler in der Be-handlung der Menschen, und dies Talent kam seinenZöglingen zugute. Alle hängen noch heute mit kindlicherDankbarkeit an ihm nnd seinem Andenken und weinen aussein frisches Grab. — Von Wien ging er nach Leipzig ,wo damals, gegen Mitte der vierziger Jahre, die ganzejunge litterarische Welt zusammenlebte. Im Jahre 1845erschienen die ersten Poesien, „Kelch und Schwert",welche, vom unmittelbarsten Ersolg begleitet, ihm soforteinen auserlesenen Standort im deutschen Dichterwaldesicherten.
Schon vor der Krise von 1348 mit der österreichischenJustiz in politische Konflikte geraten, wurde er zum erstendeutschen Parlament von dem böhmischen Kreise Leitmeritz gewählt. Von da an gehört er mit seinem Wirken undSchreiben der Geschichte unseres Vaterlandes und unsererLitteratnr, und es ist heute nicht der Tag, dies reiche,schöne Leben, Weben rmd Leiden zusammenstellend, zu er-zählen. Die holde Figur des Pfaffen Mauritius , Ver-