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Romans an der Urheberschaft der geschichtlichen Vorgängegenommen hat, die in so langer Reihe und mit so tiefein-greifender Wirkung unter seinem Namen in dem großenBuch der Weltgeschicke figurieren. Von jenem Uebcrfalldes 2. Dezembers 1851 an bis zum unwiderruflichen Ent-schluß zum deutschen Krieg am 14. Juli 1870, vou jenerNacht au, da der kaiserliche Pnrpnr in den Straßen vonParis erbeutet, bis zu jenem Tag, da er nach zwanzig-jähriger Herrlichkeit im Pulverdampf von Sedan verwehtwurde — was vou allem, so geschah, war das eigeneWerk Louis Napoleons , was war das Werk Anderer?Wie verhielt er sich zu sich selbst in seinem Wollen undHandeln?
Bis heute hat niemand festgestellt, ob der Präsidentselbst den Plan zum Staatsstreich ausgebrütet hat, ob erbei der Leitung der blutigen Aktion vorangegangen odernachgefolgt ist? Bis heute läßt sich darüber streiten, ob eres gewesen, der den deutschen Krieg gewollt? Wie über-haupt hat er seine Rolle aufgefaßt? Reizte ihn am Thronnnr der Vollgenuß des Lebens in Macht und Glanz undEhren — oder gab er sich einen tiefern Beruf, eine Sen-dung zum Besten des Landes? Hat er an sich geglaubt?In diesem Augenblick, da sich das Totengericht niedersetztüber den Manu, den, weun nicht sein Wesen, doch seinSchicksal zu einem der merkwürdigsten unserer Zeit gemachthat, wiederholen Tausende ohne Zweifel das Urteil, dassie schon oft vorher über ihn gefällt haben! sie brechen denStab über den Verbrecher, über sein Regiment und seinAndenken. Dem ist er ein gewöhnlicher Missethäter,jenem ein Spieler, noch andern ein Schwachkopf. Nichtselten konstatieren wir das Eigentümliche, daß die, welcheihm alle geistige Begabung absprechen, ihn anklagen, erallein habe die 38 Millionen Franzosen während seiner