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2 (1894) Charakteristiken
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zu erinnern an Beispiele dieser Art, Dürfeil wir dochz. B, daran gemahnen, daß in einein Lande von so vielhöherer politischer Entwicklung, in Großbritannien , einMann, der ihni würdig, ja sogar iu der Aktion noch be-deutsanier au die Seite gestellt werden kann, anch einmaldiese Wenduug der Vollsguust erlebt hat, Richard Cobden ,der, ähnlich wie unser Freund, für die Rechte des Volkesin deu Fragen der Ernährung gegenüber den Privilegiender Aristokratie seines Landes gekämpft hatte. Auch ermußte es nach zehn Jahren glänzender Triumphe erfahren,als er mit der kriegerischen Politik des mächtigen Palmerstonnicht übereinstimmte, daß die. Lauue des Volks sich vonihm wendete, Uud wie unser verewigter Freuud bei deuletzten Wahlen kein Mandat zum Hause der AbgeordueteuPreußens , dessen Zierde er so lauge gewesen war, erlangenkouute, so erging es auch Cobdeu. Im Jahre 1857 konnteer lein Mandat zum englischen Uuterhause finden.Diese Weuduug der öffeutlicheu Lauue darf uns nichtbetrüben, sie ist kein Makel an dem Bilde eines Mannes,der gewohnt war, in Sturm und Wetter auch die schwereuTage des öffentlichen Lebens kennen zu lerneu. Doch waswir uns sageu müssen, das ist, daß ein Volk sich selberschwer verkeimt, indem es vergißt, daß der Manu, dem esseine Gunst entzieht, ein Stück, wie ich vorhin sagte, nichtbloß seiner Geschichte gewesen, sondern seiner besten Ge-schichte, daß er dagestanden in den Reihen der Vorderstenunter den Kämpfern uud Arbeitern in der Zeit, da Deutsch-lands höchste und heiligste Wünsche ihre Erfüllung saudeiudaß, wenn irgend einer, er es war, der die Fahne hin-übertrug aus der halbhundertjährigen Zeit, da Deutschland nach der Verwirklichuug seiner Ideale strebte, daß er dieFahne, auf welcher alle diese Ideale verzeichnet standen,hinübertrng in die neue Zeit des neuen Reiches. Und