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und entscheidend war, niemand sah ihn schneller als Laster,niemand war schneller behilflich, die Verbesserungen zumrichtigen Ende zu führen.
Die Thätigkeit in den Kommissionen giebt aber nochlange nicht ein Bild der Wirksamkeit, die ich vor Ihnenentrollen muß. Ich möchte Ihnen nur eiumal zeigen, wiees war, wenn man morgens in die sogenannte Fraktions-sitzung kam. Der erste war er sicherlich! In dem großenSaale saß er schon oben allein am Tisch, beladen mitAktenstößen. Dann sammelte man sich, dann kam dasPräsidium uud nannte die Tagesordnung. Irgend eingroßes wichtiges Gesetz sollte geprüft werden, aber eswaren noch vier oder acht Tage bis zur Debatte in derPlenarversammlung. Einige hatteu die Vorlage gelesen,von diesen hatten wenige schon gewagt, sich ein Urteil zubilden, die meisten hatten überhaupt uoch keine Kenntnisdavon. Danu erösfuete das Präsidium die Beratung undfragte, ob jemand zur Vorlage sprechen wolle. AllgemeineStille; man weiß schon, wie es kommen wird. Nach einerAnstandspause erhebt sich Lasker und bringt die ganzeVorlage so faßlich, so deutlich nach all ihren Gesichtspunktenzusammengestellt unter die Augen der Anwesenden, daßnun mit einem Male eine Menge von Meistern ersteht, dieganz gut Bescheid wissen, und die Debatte entwickelt sich.So, ich rufe jeden, der mit ihm gearbeitet hat, zum Zeugenauf. verliefen die Dinge, und ich habe die große Freudeund Befriedigung, daß ein ehemaliger Parteigenosse, dersich jetzt so weit rechts gewendet hat — vielleicht auchhaben wir uns etwas weiter nach links gewendet —, daßer beinahe zu einem Gegner geworden ist, aber mit treuemSchwabenherzen, in einem süddeutschen Blatte eine mitdieser meiner Erinnerung ganz zusammentreffende Schil-derung giebt aus jener ersten Zeit, da er unter Laskers