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gefühlt, als er es that bei allen Huldigungen, die ihm inden Jahreu von 1870 bis 1875 dargebracht wurden?Heute muß man daran erinnern, daß zwei deutsche Universitäten, Freiburg uud Leipzig , ihn zum voewrnonoris <zg.u8s, machten, die eine zum Oootor juris, dieandere zum philosophischen-, heute muß man daran er-innern, wo unsere Universitäten nicht mehr um den Ruhmringen, die Gerechtigkeit in der Person eines oben unlieb-samen Abgeordneten zu ehren.
Ja, verehrte Anwesende, wenn ich an jene Zeit denke,wenn ich denke, wie bei jeder Gesetzesvorbereitung Ministernnd Bundesräte aufhorchten auf Laskers Aeußerungen;wie sie wußten, das Geschick des Gesetzes hinge ab vonseiner Entscheidung, so z. B., daß ein Minister zu seiuemSekretär sagte: „Laster hat sich zustimmend geäußert, nunbin ich dicke durch", — derartige Aeußeruugen könnte ichmehr citiren; — ich bin dabei gewesen, als ein hoher Staats-beamter, der die Unabhängigkeit von seiner eigenen Ge-sinnung heute dadurch gezeigt hat, daß er bei der Trauerfeierebenfalls fehlte, gelegentlich seiner Beförderung in einhöheres Amt zu Laster sagte: „Ich hoffe, daß Sie mir inmeinem neuen.Amt dieselbe Unterstützung leihen werden wie inmeinem frühern"; fie begaben sich zu ihm, die drei Treppenhinauf; er begab sich nie zu eiuem von ihnen, um etwasvon ihnen zu verlangen. Er empfing auch jenseits desOceans von denen, die nicht von Parteileideuschaft undParteihaß verblendet waren, die Huldigungen, die er ver-diente und die ihm Deutschland in Zukunft auch nichtschuldig bleiben wird. Jene große Nation ehrte ihn, undihm war es dadurch vergönnt, die Sonne seines Ruhnies,welche diesseits ein wenig verdunkelt war, noch einmal,gleichsam wie auf einem hohen Berge stehend leuchten zusehen; und in diesem schönen Abglanz der kommenden und