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Das Schreiben war von mir an einen Parteifreund, dendamals in Alzey lebenden Anwalt Finger <den jetzigenStaats-Minister in Darmstadt ) gerichtet. Unter dem Ein-druck meiner Gespräche mit dem Fürsten Bismarck hatteich an Finger geschrieben, er möge in der öffentlichenMeinung dafür sorgen, „daß die Siege im Felde demdeutschen Volke zu gute kommein eS wird sehr nötig sein.Mir kommt es halb vor, als drohe uns eine Enttäuschungwie 1815". Das legt Bennigsen in seinem Schreiben anLaster so aus, als hegte ich Besorgnis wegen Fahren-lassens von Elsaß-Lvthriugeu. Ganz mit Recht hatte ihmdagegen schon Finger geschrieben' „Ich glaube uicht zuirren, wenn ich annehme, daß Bamberger bei seinen Be-merkungen vor allem die von einem siegreichen Ausgangedes Krieges erhoffte Fortbildung der staatlichen Einigungder Nation im Auge hatte, daß ihm bei denselben dieWiedervereinigung ehemals deutscher Laude mit unseremVaterlande vielleicht weniger vorgeschwebt hat, daß dagegendie freiheitlichen Anforderungen wohl nur die zweite Rolle
in seinen Gedanken spielten"......und nach längerer
Nusführuug über diesen Punkt schließt er den Absatz mitden Worten^
„Hiermit dürfte ich kurz die Richtigkeit meiner An-nahme, daß Herrn Bamberger bei seinen Bemerkungenvorzugsweise die deutsche Frage vorgeschwebt habe, motiviertund ich dürfte hierin um so mehr recht haben, als bei denmassenhaften Truppendurchzügen und dem mehrtägigenAufenthalt des Hauptquartiers der II. Armee dahier dasVorhandensein spezifischen Preußentums in den politischenIdeen hoher militärischer Kreise leicht erkennbar war". -
Ganz gewiß hatte damit die Auslegung meiner Wortedas Richtige gefunden, uud ganz gewiß hätten die „poli-tischen Ideen" militärischer oder auch uicht militärischer hoher