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selben erhalten kann, die vernünftige einheitliche Organisation
des deutschen Staates, schwere Einbuße erleide.......
Das unbedingte Verlangen, welches gleich nach dein erstengroßen, aber noch nicht entscheidenden Erfolge auftrat,welches gar uicht berücksichtigte, was die betreffenden Be-völkerungen jetzt sind, und welches nur allein ohne Rück-sicht aus die deutsche Einheit sich breit machte, hat mirgewaltig vor den Kopf gestoßen und ist von mir unterFreunden bekämpft worden. Aber nur die Fortschrittlerstimmen mir bei. Also lieber Freund, sorgen wir mit allenKräften dafür, daß die Hauptaufgabe wenigstens in der Pressealsbald und kräftig in den Vordergrund tritt. Noch eins! Inden Zeiten, die folgen, wird der unabhängige Liberalismusnur Mühe, große Mühe haben, seineu Einfluß zu behalteu.Er wird sehr besonnen, sehr vorsichtig, vor allen Dingensehr einig sein müssen, und diszipliniert in der Einheit.Sorgen wir schon jetzt dafür, daß dies erreicht werde."
Eine Mittelstellung zwischen beiden Richtungen nimmtBennigsen ein. Aber wenn mau entscheiden sollte, nachwelcher Seite er stärker neigte, so zieht es ihn doch mehr zudenen, welche für die Aneignung der eroberten Provinzensich erwärmen. Einen Brief an Laster vom 22. Augnstbeginnt er mit der Darlegung der unbedingten Notwendig-keit der Einverleibung der beiden Provinzen. Die Eini-gung mit dem Süden will er, so sehr sie ihm am Herzenliegt, doch mit großer Vorsicht behandelt wissen. „Zwangkönnen wir Süddeutschland nach dem Kriege, in welchemes sich vollständig bewährt hat, noch weniger, als vorheranthnn."
Unter dem Eindruck, dieser seiner vorwiegend mitElsaß-Lothringen beschäftigten Gedanken faßte er auch denSinn eines von mir herrührenden Schreibens irrig auf,welches ihm Veranlassung zu dem Briefe an Lasker gab.