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2 (1894) Charakteristiken
Entstehung
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^wei seiner auserlesensten, treuesten Söhne hat Deutsch-land un Laufe weniger Tage verloren.-) Möge es darumvergönnt sein, dein alteren und zuletzt Dahingegangenender beiden edlen Freunde hier Worte des Andenkens znwidmen, die, wie es nicht anders sein kann, unter.de^noch heftig nachzitternden Erschütterung solch herben uudzwiefachen Verlustes vou einer Beimischung des persönlichEmpfundenen uud Erlebten sich nicht ganz srei zu haltenvermögen.

In diesem Frühling waren es vierzig Jahre, daß ichmit Kapp bekannt wurde. Wir waren Studenten inHeidelberg , und seit jenen Tagen des Sommers 1844 sindwir ohne Unterbrechung verbunden geblieben im Lebenund Streben, auch während der Ozean zwischen uns lag.An der Bahre des Lehrers, der uns damals zusammen-führte, hat sein ehemaliger Schüler Kapp vor vier Jahrentiefbeivegte uud ergreifende Worte gesprochen. Wer derUmstehenden Hütte damals gedacht, daß der herrliche, nochimmer in Jugcndfrische praugende Mann so bald, so frühden Weg wandeln würde, wie Heinrich BernhardOppenheim ! Dieser, im Jahre 1844 selbst noch einblutjunger, von Geist und anregender Jdeenfülle sprudelnderDozent, hielt uns die Vorlesung über deutsches Staats-recht, führte uns in die Welt des politischen Dichtens und

*) Kapp 1' 27. Oktober 1884. Karl Hillcbrcmd f 13. Oktober 1384.**) In Nr. 22 derGartenlaube" vom Jahre 1869 habe ichbereits eine Biographie und eine Ucbcrsicht von Kapps schriftstelle-rischen Leistungen veröffentlicht, denen ein ivohlgetrofsencs Bildniszbeigefügt ist. L. B.

Ludwig Bamberger'S Ges. Schriften. II. 9