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wühlte, ihre Linien in das männliche Antlitz geschriebenhatte, noch damals nnd bis zum letzten Abschiedsbesuch(es sollte ja der Abschied auf immer werden) im Junidieses Jahres, immer, wenn er in meine vier Wände trat,war mir'o, als käme ein Heller Sonnenstrahl herein, undnie sah ich ihn gehen ohne das Gefühl des Dankes, daßeo einen solchen Menschen gebe und daß ich ihn zu denmir an? nächsten Stehenden rechnen dürfe. Er war dienst-eifrig bis znm Exzeß. Jemandem eine Bitte abznschagen, fielihm entsetzlich schwer. Wie manchmal mußte ich ihm be-deuten, daß er seine Hilfe, seine Befürwortung an denUnrechten verschwendet hatte. Seine politischen nnd ge-meinnützigen Leistungen sichern ihm das Andenken derNation, seine Schriften einen ehrenvollen Platz im Reichder Wissenschaft. Aber nur, wer den Menschen selbst langennd geuau gekannt hat, iveiß, welche Herrlichkeit mit ihmans immer dahin geschwunden ist.