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waren nach einander im Laufe des Jahres 1875 erschienenund sind hier in einem Bande vereinigt. Eine Vorrede„über moderne Sammellitteratur und ihre Berechtigung"ist der Legitimiruug solcher Zusammenstellung gewidmet,eine Mühe, welcher sich der Verfasser wohl hätte entschlagendürfen. Gerade bei unserer Zersplitterung, welche keinemeine Stelle bietet, von der aus er darauf rechnen kann, zuder überwiegenden Mehrheit der Gebildeten zu sprechen, istes ein wahres Bedürfnis, das Gute aus solchen Zeit-schristen vor dem allzuraschen Uutergaug zu retten. Indiesem Band sind u. A. Doudau, Dauiel Steru, Thiers,Renan, Taine, Gino Cappoui, Macchiavell, Rabelais , Tassonnd Milton behandelt.
Der fünfte Band bezeichnet den Uebergang aus denfiebenziger Jahreu in die achtziger. Er führt den Titel:„Aus dem Jahrhundert der Revolution", mit Montesqnienbeginnend und mit Metternich schließend. Die SchilderungMontescmieus ist neben der später in seine Geschichtswerkehineingearbeiteten Schilderung von Thiers nach meiner An-sicht das Vollendetste, was Hillebrand als Porträtmalergeleistet hat. Hier sind mit künstlerischer Intuition undmit Meisterhand lebensvolle Bilder geschaffen, welche diebekannte Wirkung auf deu Beschauenden hervorbringen, daßer sich sagt: Das muß ähnlich sein. Viele dieser, wie der imsechsten Band enthaltenen Aufsätze wareu vorher in der„Deutschen Rundschan" erschienen, nnter anderen dieheute wieder so zeitgemäß geivordeuen über „das belgistlieExperiment". Auch der über Settembriuis Denkwürdig-keiten ist eine Perle.
Was wäre alles zu sageu über den Reichtum an Stoffund Kritik, die in diesen sechs Bänden aufgestapelt sind!Aber wer gönnt mir die Zeit, mich aufzuhalten? Mnß ichdoch erst wieder zurückgreifen in die Reihe der siebziger