I.
^ede den Werken eines bestimmten Schriftstellersgewidmete Besprechung dient natürlich vor allem der Ab-sicht, die Augen der Lesewelt auf ihn zu lenken, sei es,daß ihm, als einem noch wenig bekannten, Eingang ver-schafft werden soll, sei es, daß bei schon allgemeiner Be-kanntheit besonderer Anlaß genommen wird, eines odermehrere seiner Erzeugnisse als einen neuer Betrachtungenwerten Stoff ins Licht zn setzen. Im folgenden liegt derAusgangspunkt mehr in der Richtung des ersten als deszweiten Motivs. Unser deutsches Publikum ist mit Chuquetund seinen historischen Arbeiten lauge nicht so vertraut,wie sie es verdienen, sowohl wegen des Nutzens und Ver-gnügens, die sie dem Leser zn bereiten cmgethau sind, alswegen des Interesses, welches die schriftstellerische Indivi-dualität uud der Gegenstand, dem sie sich gewidmet hat, geradein Deutschland mit vollstem Recht beausvrucheu können.
Chuquet ist zwar in engen Kreisen bei uns gekanntund geschätzt; er hat Studien in Deutschland gemacht undpersönliche Beziehungen angeknüpft. Germanisten uud Ro-manisten kennen seine Ausgaben einzelner Werke unsererklassischen Litteratur für den höheren Sprachunterricht, undHistoriker von Fach keuuen seine geschichtlichen Arbeiten.Aber der große Kreis der Gebildeten, welcher bei uns,