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2 (1894) Charakteristiken
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finden schließlich ihre Rechtfertigung im Baseler Frieden.Chuquet verfolgt sie auf Schritt nnd Tritt mit seinerwie überall gänzlich unbefangenen Beobachtung, nament-lich auch auf den Wegen Dumouriez', der für die Lor-beeren des Diplomaten nicht weniger Sinn hatte, als fürdie des Feldherrn. Die Züge, aus denen das Charakter-bild dieses merkwürdigen Abenteurers sich zu einem Ganzengestaltet, setzen parallel mit seiner Teilnahme an den Er-eignissen ein. Den Abschluß findet es natürlich erst mitdem fünften Bande, der die UeberschriftDumouriez' Ver-rät" trägt und den belgischen Feldzug bis zum ersten Rück-zug aus Belgien uud Holland nach der Schlacht bei Neer-winden beschreibt, nachdem der vierte Band den siegreichenEinmarsch und den Tag von Jemappes zum Mittelpunktgenommen hatte. Auch dem Abtrünnigen gegenüber be-wahrt der Psychologe hier seine Objektivität. Wie überallhält ihn seine stets ins Einzelne dringende und dem all-mäligen Verlauf unausgesetzt folgende Nachforschung vonEinseitigkeit frei. Er giebt keine summarischen Verdikte vonsich, sondern er schildert und berichtet, und so sehen wirüberall Menschen mit menschlichen Fehlern und Vorzügen,welche nicht blos durch ihre Willensbewegung, sondernauch durch den Drang der äußeren Ereignisse zu Ehrenoder zu Fall kommen. Während unter der Feder Anderer,auch Sorel's, die Figur Dumouriez ' von vornherein imWiderschein des Stigmas erscheint, das ihr das Ende auf-drücken sollte, führt sie sich in Chuquets Darstellung ehermit einer gewissen bestrickenden Liebenswürdigkeit ein,welche aus dem übersprudelnden Temperament, der uner-müdlichen und unbesiegbaren Widerstandskraft, dem phanta-siereichen Humor dieser, trotz ihrer Abstammung aus demflandrischen Norden, doch durch und durch französischen

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