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samkeit des Forschers noch größeren Eiser entwickelt. Fürden einen wie für den andern muß natürlich die Fragesich entscheiden nach dem Reiz, den die Lektüre auf ihnausübt. Denn auch hier kommt eben Alles darauf an,wie die Sache behandelt ist, mit wieviel Geschmack, An-schaulichkeit und Verwertung des detaillirten Materials zurErweckung eines endgiltigen Urteils. Der Erzähler hatVertrauen in seine Methode und meines Erachtens mitvollem Recht. Er giebt sich genau Rechenschaft von denEinwendungen, die ihm gemacht werden könnten, und dasbeweist schon genug. Seine eignen Worte aus der Vor-rede zum ersten Band (sie ist charakteristischer Weise imGegensatz zur objektiven Erzählung auf ganz wenige Seitenzusammengedrängt), mögen hier am besten feine Grund-gedanken wiedergeben: „Vielleicht wird man mir vorwerfen,daß ich ins Kleinliche hineingerate, auf nichtige DingeGewicht lege, allzusehr aus Genauigkeit bedacht sei. Aberdie geschichtliche Wahrheit ist nur um diesen Preis zuhaben. Man kann eine Epoche nur kennen und ihr Lebeneinhauchen, indem man sich bemüht, Alles zu geben . . .Sollte man nicht reichlich mit Einzelheiten dienen dürfen,vorausgesetzt nur, daß sie bezeichnend ausgeprägt seienund daß ihre große Zahl nicht der Klarheit des Ganzenschade?"
Wie in den drei ersten Bänden die Figur Dumouriez 'den iuteressanten Mittelpunkt der Kriegsgeschichte abgiebt,so fällt in den beiden letzten das Licht an: meisten aufCustiue. Auch hier gilt, was von Ersterem gesagt wurde:die aufmerksame Behandlung führt im Ganzen zu einerWürdigung, die den vielfach Verurteilten nicht aller ge-winnenden Eigenheiten entkleidet, und auch hier bleibenwir schließlich unter dem Gesamteindrucke eines milderenUrteils als bei Sorel. Für den deutscheu Leser hat eine