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A il h a n n
Der im Jahre 1913 als Berater der chinesischeil Regierung in Bank-und Währungsfragen nach Peking entsandte Leiter der Statistischen Abteilung,Reichsbankdirektor Di-. Arnold (inzwischen ausgeschieden, zuletzt Referentim Reichsbank-Direktorium), mußte infolge des Kriegszustandes zwischen Deutsch-land und China im Dezember 1917 nach Berlin zurückkehren. Er folgte vonhier aus alsbald einem Rufe als Reichskommissar für die Darlehnskasse Ost undals Referent für Geld-, Bank und Kreditwesen der Handelsabteilung beim Stabedes Oberbefehlshabers Ost in Kowno . Kurz vor dem Waffenstillstand wurde erals Referent beim General-Kommissar für die Banken in Belgien verwendet.
Während der Inflationszeit mußte die Zahl der beschäftigten Arbeits-kräfte aller Art, wie sich aus der Tabelle 2 ergibt, in weitestem Umfangegesteigert werden. Ende Dezember 1923 war die Gesamtziffer auf 22 909gestiegen. Dabei ist hervorzuheben, daß die vorhandenen Kräfte auf das äußersteangespannt werden mußten, und daß das Personal in anerkennenswertesterWeise oft genug bis tief in die Nacht hinein tätig war, um die Arbeitenzu bewältigen. Nur so ließ es sich ermöglichen, die mit den größtentechnischen Schwierigkeiten verknüpfte Zahlungsmittelversorgung des Reichs imgroßen und ganzen aufrecht zu erhalten und den Umtausch der zurückflutendenPapiergeldmassen zu bewältigen.
Erwähnt sei schließlich noch, daß die Reichsbank bei Kriegsende sich bereiterklärte, aus dem Heere und der Marine ausscheidenden und berufslos gewordenenaktiven Offizieren eine gründliche kaufmännische Ausbildung im Reichsbank-betriebe zu gewähren, um ihnen den Übergang in die Beamtenlaufbahn der Reichs-bank oder in einen anderen bürgerlichen Beruf zu erleichtern. Die Annahmedieser sogenannten Bankbeflissenen wurde mit Jahresschluß 1923 eingestellt.
Nach Eintritt der Stabilisierung — welche auch für die Privatbankeneine weitgehende Einschränkung des Geschäftspersonals mit sich brachte — mußtedie Reichsbank gemäß der Personalabbauverordnung vom 27. Oktober 1923(GRBl. I S. 999) ebenso wie die anderen Behörden zu einer erheblichenVerminderung ihres Personalbestandes im Wege des Abbaus der iufolgedes Rückganges der Geschäfte entbehrlich gewordenen Arbeitskräfte schreiten.Bis zum 31. Dezember 1924 war die Gesamtzahl aller beschäftigten Beamten,Angestellten und Arbeiter auf 14 635 und bis zum 30. November 1925 weiterauf 11 843 Köpfe, darunter 8693 Beamte gegen 3708 Ende 1913, gesunken.Über die Entwicklung des Personalbestandes im einzelnen vgl. Tabelle 2.