Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
93
Einzelbild herunterladen
 

Kapitels

Köln : Handel, Industrie und Universität.

1621; Jakob Kammerlander, 1535 bis 1542; Crato Mylius, 1537 bis1545; Paul und Georg Messerschmidt, um 1560; Bernhard Jobin ausBasel und Erben, 1570 bis zum Ende des Jahrhunderts. Der letzterewar ursprünglich Formschneider in Basel . Durch Herausgabe der geist-vollen Satiren seines Schwagers Johann Fischart, welche in ganz Europa großes Aufsehen erregten, begründete er seinen Ruhm und Reichtum.

Es war", sagt A. F. Butsch in seinerBücherornamentik 'derRenaissance",Ausgang des 15. und Eingang des 16. Jahrhundertsüberhaupt in Straßburg eine Elite von Druckern, wie sie keine andereStadt Deutschlands aufweisen konnte. Die Zahl ihrer Druckwerke (biszum Jahre 1500 etwa 750) war denn auch die größte aller deutschen Druckorte. Verstand es gleichwohl ihre Nebenbuhlerin Basel , sie eineZeit lang zu überflügeln, so nahm in spätern Jahren des 16. Jahr-hunderts doch wieder Straßburg die früher behauptete Stellung ein."

4. Köln ,

wohin die neue Kunst zunächst gelangte, hatte schon im 11. Jahrhundertnächst Mainz als das Haupt und die Fürstin von allen Städten desReichs geglänzt und sich seitdem immer mehr gehoben. Seine günstigeLage machte es zum Stapelplatz zwischen Mittelmeer und Norosee. ^Hier trafen die großen Handelszüge zusammen, welche von Venedig undGenua über die Alpen und den Rhein hinab dann vom fernen Nowgoroddurch Vermittelung Lübecks und der westfälischen Städte dem Westendie Erzeugnisse des Ostens zuführten; hier lagerten die Waren., welcheaus England, Frankreich und den Niederlanden für die Ostsee bestimmtwaren; von hier wurden Wein und Korn, flämisches Tuch und west-fälische Eisenwaren vertrieben. So entwickelte sich in Köln ein bedeu-tender Großhandel und in seinem Gefolge eine nicht unwichtige Industrie,sodaß die Zahl und der Wohlstand der Einwohner stetig wuchs. Diegegen Ende des 14. Jahrhunderts errichtete Universität war einer dern^ch pariser Muster gegründeten Hauptsitze der mittelalterlichen Scholastikund prägte später diesen ihren Charakter auch in den dortigen Druck-werken aus. Die, Zahl der noch heute in der städtischen Bibliothek be-findlichen kölner Wiegendrucke beläuft sich nach Ennens Schrift überdiesen Gegenstand auf 406 Werke und enthält außer einigen juristischenund sonstigen Lehrbüchern fast nur theologische mittelalterliche Litteratur.