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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Köln : Johann Guldenschaff. Heinrich Quentel.

^Zweites

rads von Homberg dauerte nur bis 1482; man kennt von ihm ungefähr30 Druckwerke.

Der nächste kölner Buchdrucker ist Johann Guldenschaff von Mainz .Er stammte aus einem vornehmen Geschlecht, das seinen Namen vondem dort noch stehenden HauseZum goldenen Schaf" führte. DieBibliographen Element, Van Praet und Ennen lassen ihn anfänglich inMainz drucken; allein dies ist, wie jetzt aufgeklärt, ein Irrtum. Im Jahre1477 kam er nach Köln und begann hier erst seine Druckerei, die erbis zum Jahre 1487 behielt. Dann verschwindet sein Name. SeineDrucke sind nicht sehr zahlreich, aber durch schöne Schriften ausgezeichnet.Letztere scheinen später an die Druckerei der Rstro Uiriorss (Hinter denMinoriten) und Martins von Werden gekommen zu sein, denn man be-merkt in Werken des letztern Guldenschaffsche Typen. ^

Der Begründer der berühmtesten kölner Osfizin, die volle anderthalbJahrhunderte ihren bedeutenden Einfluß auf das wissenschaftliche Lebendes niedcrrheinischen Gebietes ausgeübt hat, ist Heinrich Queutel. Erwar von Straßburg gebürtig und nennt sich zuerst in derLurama^stexkin" von 1479. Die kölner Bibel in niederdeutscher Mundart,die, wie oben ausgeführt, ebenfalls als sein Werk bezeichnet werden muß,hat er wahrscheinlich schon vor derLurama" fertig gestellt. DiesesBibelwerk ist auch noch in künstlerischer Beziehung durch seine Holzschnittebesonders wichtig. Heinrich Quentel lebte bis 1503. Gegen 200 Druck-werke geben ein rühmliches Zeugnis von seiner Thätigkeit. Die Druckereiwurde nach seinem Tode zunächst für Rechnung der Kinder fortgesetzt(1503 bis 1520); darauf führte sie sein Sohn Peter Quentel selbständigweiter. Diesem folgte sein Sohn Johann, und bis in das 17. Jahr-hundert hinein sinnieren noch Johann Quentels Erben, Peter entfaltetein den dreißiger und vierziger Jahren des 16. Jahrhunderts eine nichtzu unterschätzende Verlagsthätigkeit Seiner Beschäftigung der Pressenvon Peter Jordan und Franz Behcm in Mainz z. B. wurde schongedacht.

Unter den hervorragenden Buchdruckern gegen Ende des 15. Jahr-hunderts sind noch zu nennen: Ludwig von Renchcn, aus dem DorfeRenchen in Lothringen , der von 1484 bis 1489 thätig war und einHaus an der Marspforte besaß. Er druckte einige Kirchenbücher unddas sehr geschätzte vn5 gesuchtedytsche Passional". Renchen lebte noch