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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Köln: Frnnz Birckmann.

^Zweites

habe er sein erstes Buch: „Nissg-Is Lolonienss", zu Paris auf seineKosten drucken lassen. Allein die Bibliographen kennen eine Ausgabedieses „Niss^Iö" von 1507 gar nicht. Panzer citiert nach der „Lidlio-tkeos, IKottiaiiA" eine solche von 1506, ohne daß in dem kurz gegebenenTitel Birckmanns Adresse vorkommt. Gewiß ist jedoch, daß Birckmann bei demselben Drucker, Wolfgang Hopyl , im Jahre 1514 eine denmeisten Bibliographen unbekannte Ausgabe desselben „Nisss-Iö Lolo-llikULL"^ in prachtvoller Ausstattung mit vielen Metallstichen hat her-stellen lassen und daß sein erstes erwiesenes Berlagswerk im Jahre 1513bei demselben Drucker zu Paris herauskam. Wenn je das Vorbild einestüchtigen Mannes auf einen noch in der ersten Entwickelung begriffenenGeschäfts- und Jdeenkreis belebend und stärkend einzuwirken vermochthat, so muß die Beweglichkeit und Thätigkeit Franz Birckmanns einengeradezu bahnbrechenden Einfluß ausgeübt haben. „Geschäftstüchtig, unter-nehmend und beweglich", wie A. Kirchhofs ihn charakterisiert, „Arbeitund Mühseligkeit nicht scheuend, bald in London und Canterbury , baldin Löwen, Brügge, Frankfurt a. M, Köln, Antwerpen, Paris, Tübingenoder Basel, überall durch seinen Unternehmungsgeist, durch seine Thätig-keit den einheimischen Buchhändlern, nicht ohne ihre Eifersucht zu er-regen, zuvorkommend, den Austausch der litterarischen Produkte Deutsch-lands, Englands, Frankreichs und der Niederlande vermittelnd, bietet erdie interessante Persönlichkeit eines thätigen und verständigen Buchhändlersjener Zeit und ein anziehendes Beispiel des Buchhandels durch Ver-mittelung weiterer Reisen."^ Die Größe seiner Geschäfte in Englandgeht aus einem Briefe des Eraömus von Rotterdam aus Canterbury vom 21. Dezember 1520 an Andreas Ammonius hervor, worin er beiErwähnung Birckmanns von diesem sagt: er pflege fast alle Bücher da-selbst einzuführen. ^ In London scheint Birckmann sogar ein stehendesGeschäft gehabt zu haben, denn auf einem „l^raäuals ».ä usum Larum"von 1528, welches er zu Paris durch Nikolaus Prcvost drucken ließ,heißt es, daß es zu London bei Franz Birckmann auf dem St. Pauls-Kirchhof zu haben sei. 2° Letzterer scheint übrigens ein Buchhändler-quartier, ähnlich wie zu Köln „Unter Fettenhennen", gewesen zu sein,denn auch auf mehrern Werken, die der- londoner Buchhändler WilhelmBretton drucken ließ, befindet sich dieselbe Adresse.^ Erasmus bedientesich der Vermittelung Birckmanns nicht nur in seinen Geldgeschäften und