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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Zürich : Christoph Aroschaucr.

^Zweites

In den Jahren 1524 bis 1529 ging aus Froschauers Pressen dieerste Schweizerausgabe der ganzen Bibel in groß Folio hervor, nachdemschon 1521 die von Leo Jud verdeutschten Paulinischen Briefe in Quartund 1522 dieselben noch einmal, sowie 1524 das ganze Neue Testamentin deutscher Sprache bei ihm erschienen waren. Von 1524 bis 1564wurden uun fast jedes Jahr, wenn nicht die ganze Bibel, so doch Teilederselben in vier verschiedenen Sprachen von ihm herausgegeben. Inner-halb desselben Zeitraums veranstaltete Froschaucr nach der Berechnungseines Biographen S. Vögclin 27 verschiedene Ausgaben der ganzenBibel, davon 20 in deutscher, 6 in lateinischer und 1 in englischerSprache, sowie 15 Ausgaben des Neuen Testaments , von denen 6 indeutscher, 5 in lateinischer, 1 in griechischer und 3 in zwei Sprachen(auch 1 in englischer) erschienen. Nach E. C. Rudolphi's Verzeichnisstellen sich Froschauers Bibcldruckc noch zahlreicher heraus, sodaß er63 Ausgaben in verschiedenen Sprachen geliefert hätte, nämlich 25 deutsche (11 davon in Folio), 7 lateinische (1 in Folio) und 1 englische (in Quart),während die Zahl der Ausgaben des Neuen Testaments , wie von Vögelin,auf 15 berechnet wird. Diese Bibeln waren allgemein gesucht und fandenzn Hunderttausenden Absatz; vor allen hochgeschätzt aber wurden die Pracht-ausgaben der deutschen aus den Jahren 1531 und 1545. Ein Exemplarder ersteru kostete, in zwei Teile gebunden, 3^2 Gulden. Im ganzenführt Nudolphi 865 Nummern an, welche im Froschauerschen Geschäftbis zu seinem 1595 erfolgten Ende erschienen sind. Davon fallen 616auf Christoph Froschauer , während der Rest auf seinen Neffen Christophden Jüngern (gestorben 1585) und dessen Erben kommt. Von letzternerwarb der Buchdrucker Johannes Wolf das Geschäft. Im Jahre 1626gelangte es in den Besitz der Familie Bodmer, 1723 an Heidegger undRahn und 1765 wurde es mit der Qrellischen Druckerei, jetzt OrellFüßli u. Comp., eiuer noch heute bestehenden- bedeutenden Druckerei undVerlagsanstalt, vereinigt."

7. Augsburg .

Die alte Augusta, das Haupt des Schwabenlandes, zählt zu den-jenigen Städten, in welchen die Buchdrnckertnnst unter den günstigstenVorbedingungen eine der ersten und sich rasch zur höchsten Blüte ent-wickelnden Stätten fand. Der Rangstreit der ältesten Druckersitze um