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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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178 Hamburg : Hans Borchardes. Joach. Löw. Georg Heinr. Froben. ^Zweites

die Reformatoren und der intriguierende König von England , alle dieKönige von Dänemark , ihre Krönungen, Vermählungen und andere Festebis znr letzten Feier, die Adiaphora und die Sakramenticrer, die geist-lichen Lieder, die Pestilenz und der Kirchenbrand, die Kalcnderweisheitund Astrologie, die dürftige Naturkunde und Medizin, die Rechtsbücher,besser redigiert, deren Druck das Recht dem mystischen Dunkel und derVersessenheit entreißend, es vor jedes Bürgers Schwelle brachte, dieaufkeimende gründliche Philologie, die Kunde des längst entschwundenenhäuslichen Lebens und ersten Unterrichts, dieses und so manchesandere, was die der Gegenwart frohen Enkel nicht ganz vergessen sollen,sieht das Auge in den Büchertiteln vor sich vorüberziehen." Dem gegen-über sind die Anfänge der Buchdruckerei Hamburgs im 15. Jahrhundertnur dürftiger Natur. Es waren die Brüder Hans und Thomas Bor-chardes, welche daselbst 1491 mit einem lateinischen Gebctbüchlein, denI^g-uäss d. Uariö virZiiÜ8", als ihrem Erstlingsdruck hervortraten;Hans druckte bis 1510, in welchem Jahre noch einige Bücher in nieder-sächsischer Sprache bei ihm erschienen. Hamburg trat gleich in derersten Zeit eifrig für die Sache der Reformation ein, weshalb die dortigeFlugschriftcnlitteratur (meist ohne Namcnsangabe der Drucker) eine aus-gedehnte ist. Bedeutender war der Buchdruck Hamburgs im 16. Jahr-hundert aber ganz besonders für die Verbreitung der niedersächsischenLitteratur. Es wirkten 1523 bis 1531 der schon seit Ende des 15. Jahr-hunderts in Lübeck thätige Jürgen Richolff, 1536 und 1537 FranzRhode, der aus Marburg gekommen war. Der bedeutendste Druckerder Stadt wurde aber Joachim Louwe, Lewe oder Löw, dessen Thätigkeitvon 1549 bis 1569 reicht. Ihm folgte sein Sohn gleichen Namens biszum Jahre 1589. Bis zum Ende des Jahrhunderts finden sich nochein Dutzend andere Drucker, deren spezielle Aufzählung aber zu weitführen würde. Nennenswert ist aus späterer Zeit uur noch der gelehrteGeorg Ludwig Frobenius (von 1602 an),' ein Nachkomme des berühmtenbaseler Druckers. Von Buchführcrn ist eine ziemliche Reihe bekannt,ohne daß etwaö besonderes über sie zu berichten wäre.

Der Schluß des 15. Jahrhunderts bringt nun noch das Auftretender Buchdruckerkunst in einigen kleinern deutschen Städten, die aber desBemerkenswerten so gut wie nichts bieten. In Freiburg im Br. istes Kilian Fischer oder Piscator, der 1493 das erste Buch druckte,