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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Einführung in Spanien. Valencia .

^Drittes

In Spanien bürgerte sich die neue Kunst verhältnismäßig erst spätein nnd erreichte auch in der Folgezeit trotzdem, daß hier manche klassischeWerke gedruckt wurden, keine irgendwie bemerkenswerte Höhe. Als derBuchdruck sich weiter zu verbreiten begann, standen die Kämpfe mit denMauren im Vordergrunde, dann ward die ganze Nation jahrzehntelangvon den transatlantischen Entdeckungen berauscht und vergeudete ihrebeste Kraft in der Suche nach den amerikanischen Schätzen, oder in derAusbeutung jener. Zu gleicher Zeit aber, und später, sorgte die Inqui-sition dafür, daß alles, was nicht im blinden Gehorsam gegen Romerstarb, zum Schweigen gebracht wurde. Die Jünger Gutcnbcrgs fandenauch ihren Weg nicht sofort in die Hauptstadt des Landes, sondern zogenerst von der Peripherie aus, von den östlichen Seestädten und den äußersten Grenzen nach Madrid . Der Umstand, daß 1494 nnd 1499 derDruck königlicher Ordonnanzen und Gesetze von hier aus befohlen wurde,spricht durchaus nicht unbedingt für die Hauptstadt als Druckort; jeneSammlungen können ebenso gut in Sevilla hergestellt sein, wo sich derHof damals aufhielt, und wo es schon seit 1477 eine Druckerei gab.Das erste nachweisbare, Madrid angehörige Buch mit dem Namen desDruckers stammt aus dein Jahre 1528. Es war^uliani Lg.s8g.ri3 inReßsm Lolem g.ä Lallustium ?g.vSMrieu8, Ugclriti gpnck ketrunila/o."

Valencia dagegen erhielt bereits 1474 die ersten Pressen. Indiesem Jahre veröffentlichte hierder Cavalier von allein Adel" undKanonikus Don Bernhard Fcnollar eine Sammlung von 36 Gedichtenzu Ehren der unbefleckten Empfängnis Mariä, von denen eins in casti-lianischer Mundart, vier in italienischer Sprache und die übrigen 31 inlimusanischem Dialekte geschrieben sind. Der Name des Druckers istnicht angegeben, der Titel selbst lautet:Lsrtawen poetioli «n I-onnräs lg, Lonesoio, 1^68 0dre8 ü Grobes äavg.11 sseritss, les guslstraetöQ cks I^onor cls lg. Lgera.ti8simg. VerZe Uarig,. Valen-cia, 1474", in Quart. ^ Ebenfalls ohne Namen des Druckers folgten1475 die Werke Sallusts; erst dieLidlig. 8g.org. 8ermons Valentin«rsääitg.", auf Kosten des Kaufmanns Philipp Bizlant aus Jsnh inOberdeutschland hergestellt, neunt als Drucker Meister Alfred Fernandezde Cordova und Meister Lambert Palomar (er hieß Palmart), Magisterder Künste aus Deutschland . Was der berühmte spanische Astronom