250 Der ältere Buchereinbaud. Diptychen, ^Viertes
im Appian auch Initialen anbrachte, alle andern Städte durch dieSchönheit der Zeichnung und die Korrektheit und Virtuosität des Schnittsder Bilder zu „Devote meckit^ione svxra, 1a pa-ssione cisl Hostie-Signoi-s" (1489, Druck von Matteo di code — i. e. Matteo di capodi casa — da Parma), „öidlig. volgata," des Nicolo de Malermi (1490,mit kleinern, vignettenartigen Bildern, Druck von Giovanni Ragazzofür Lucautonio da Giunta), „I^v^nerotemaeuia Volixliili" (1499, AldoPio Manuzio ) u. v. a."
Ganz ähnlich bewegt sich auch in Frankreich die Buchillustrationzunächst innerhalb der Nachahmung deutscher oder italienischer Vorbilder,bis dann mit Geofreh Tory, dem ausgezeichneten vielseitigen Künstler(1480 bis 1583), ein eigener französischer Stil sich herausbildet undweiter uach den Niederlanden verpflanzt."
Zum Schutze des Geschriebenen dienten im Altertum, wie frühererwähnt worden ist, die Pcrgamenthülle der einzelnen Rollen nnd weiterKapseln, oder serinia, für deren mehrere.^ Das Diptychon, das Trip-tychon u. s. w. bedurften besonderer Vorkehrungen zum Schutze nicht,da das Material, in welches die Schrift eingegraben war, oder welchesder Wachsschicht als Unterlage diente, also Metall, Holz, Elfenbein, hin-längliche Solidität besaß. So haben denn auch die mit Schnitzwerlgezierten Außenseiten von Elfenbeindiptychen im frühen Mittclalterals Vorbilder für eigene Bucheinbände gedient, wenn nicht dergleichenPlatten unmittelbar als Deckel verwandt wurden. Hierbei konnte es sichselbstverständlich nur um besonders wertvolle Handschriften handeln.Solche wurden auch durch Überzüge der Holzdeckel mit Gold- oderSilberblech ausgezeichnet und das Metall graviert, getrieben, emailliert,mit großen, nicht geschliffenen, sondern nur polierten Edelsteinen oderKrystallen besetzt, welche zugleich als Knöpfe oder Buckel dienten, umbeim Aufschlagen des Buchs die Berührung der getriebenen oder ge-schmelzten Arbeit mit der Unterlage zu verhüten. Auch antike Kameenhaben nicht fetten dabei Verwendung gefunden.
Solcher Prachteinbände (beziehungsweise Bestandteile) hat sich glück-licherweise eine große Zahl erhalten. Diptychen aus Elfenbein, ganzeTafeln oder Stücke davon zu Bucheinbänden benutzt, mit Umrahmungen