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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Die selbständigen Verleger.

^Fünftes

800?arvnra Konum".^ Diese Beispiele reichen hin, um einen Geschäfts-zweig näher zu beleuchten, der zwar mit dem Buchhandel nichts zu thunhat, jedoch den Anfang der heutigen sogenannten Accidenzarbeit bildet.

Bedeutsamer für die Geschichte des Buchhandels ist dagegen derNachweis/ daß sich, wie oben schon angedeutet, bereits im 15. Jahr-hundert ein selbständiger Verlegerstand neben den Buchdruckern zu bildenbegann. So veranstaltete der ofener Bürger und Buchhändler Theo-bald Feger auf seine Kosten 1488 bei Erhard Ratdolt in Augsburg einen Abdruck der Ungarischen Chronik des Johann von Thwroz. ^Man hat neuerdings zwar die Behauptung aufgestellt, daß Feger einwohlhabender Privatmann und Bücherliebhaber gewesen sei, also auchnicht in diese Kategorie gehöre; indessen nennt ihn Denis in seinerWiener Buchdruckergeschichte, S. XVII, ausdrücklich einen Buchhändlerund führt zum Beweise dessen zwei 1494 in Wien für Feger gedruckteSchriften an, auf bereu Titel es heißt:Irnprsssg-s. eura, st sxxsusisInsod. ?sZer, lidrs-rii st oonoivis öuäsnsis." Auch in der Abrech-nung, welche die Interessenten an der Schedelschen Chronik am 22. Juni1509 in Nürnberg aufstellten, wird Feger als ofener Buchhändler ge-nannt. Der in der Sorbonne thätige G. Wolff aüs Baden vollendetefür die pariser Buchhändler Philipp Pigouchet und Engelbert vonMarneff am 20. Oktober 1492 den Druck desIsrsntius onrn vom-msntario Kuiclonis ^nvsnalis" ^ Der seit 1489 in Paris selbständigarbeitende Drucker Wolfgang Hophl druckte 1493 für den londoner Buch-händler Nikolaus Lccomte^; der pariser Buchhändler Jean Petit (Kleinaus Ulm ?), der übrigens 1496 auch selbst eine Druckerei errichtet hatte,beschäftigte die Pressen von nicht weniger als 15 Druckereien. DieseAngabe des sonst wenig zuverlässigen La Caille dürfte kaum übertriebensein, da Petit in fast allen pariser Offizinen, zum Teil sogar (üonto s,mstg, drucken ließ. So viel steht unbedingt fest, daß Petit seiner Zeitder bedeutendste Verleger in Paris war und sogar einem Mann wie Jo-hann Froben als Vorbild diente. Nikolaus Luppi (auf Deutsch N. Wolf)aus Lutter am Barenberge war von 1492 bis 1512 Schriftgießer undDrucker iu Lyon. In letzterer Eigenschaft arbeitete er während desletzten Jahrzehnts des 15. Jahrhunderts und bis 1505 für den Buch-händler und frühern Buchbinder Stephau Guehnard. ^ Daß auch AntonKoberger vom Anfang seiner Thätigkeit an verschiedene andere Drucke-