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V-rlagsspezialisten. Beteiligung des Kapitals.
^Fünftes
äioss, volumioa" drucken^, aber nicht unter die Zahl derjenigen ge-rechnet werden, welche „v<zrnaeul!>,8 oatiuvöulas imxrillmiit,", kümmertesich auch nicht um die Flugschriften-Litteratur. Wie Froben gegen dieReformation wirkt, so widmet ihr die Familie Petri ihre Pressen. Dembekannten hagenauer Drucker Heinrich Gran , der übrigens meist für Ryn-mann druckte, mußte sein Korrektor Wolsgang Angst 1514 geloben, sichnicht wie die übrigen Deutschen , die Baseler ausgenommen, mit „lidellissöMiäootorum", sondern nur mit „autorö3 xrinoipss et intöZrg, vo-luwina." zu befassen.^ Thomas Anshelm dagegen, eü^er der bedeutend-sten humanistischen Buchdrucker, verschmäht auch das kleinste Flugblattnicht ^ und verlegt unter den von ihm gedruckten 56 Werken nur drei,welche der Theologie angehören. Diese auf gut Glück herausgegriffenenBeispiele könnten natürlich leicht durch hundert andere vermehrt werden.
In den ersten Jahrzehnten der Ausübung der Kuust war die großeMehrzahl der deutschen Drucker mehr auf ihren Fleiß als auf ihre barenMittel angewiesen. Mit ihrem geringen Vorrat von Typen tonnten sieimmer nur ein Buch drucken, mußten dies dann erst vertreiben und oft,nur von der Hand in den Mund lebend, ihre Preßerzeugnisse um jedenPreis losschlagen. Dazu kam, daß nicht selten in nächster Nachbarschaftdasselbe Werk gedruckt wurde, und daß diese Konkurrenz mit ihrem viel-leicht einzigen Verlagsartikel sie vielfach zwang, sogar unter dem Selbst-kostenpreise zu verkaufen. Was konnte da den kleinen Verlegern die sichihnen bald genug aufdrängende Erkenntnis nützen, daß bei größerm Ver-lag sich die Vertriebskosten verhältnismäßig verminderten, die Ein-nahmen dagegen wuchsen, da ein neuer Artikel zugleich den Absatz desalten förderte? Dieser Not machte erst die Beteiligung des Groß-kapitals ein Ende. Die Kapitalisten stehen einer neuen Erfindung an-fangs meist scheu, wenn nicht ablehnend, gegenüber. In Mailand undVenedig, den größten damaligen italienischen Handelsstädten, fingen siezuerst an, die Bedeutung und Entwicklungsfähigkeit des Verlagshandels zuwürdigen, und trugen, indem sie ihr Geld dem neuen Geschäftszweige zu-wandten, mächtig zu dessen Aufblühen bei; Deutschland aber, mit Basel ,Augsburg und Nürnberg au der Spitze, folgte bald dem von Oberitalien gegebenen Beispiel. So traten denn schon in den siebziger Jahren des15. Jahrhunderts große Druckereien und VerlagSgesellschaften ins Leben;schon damals begann eine Vcrlagsthätigkeit im modernen Sinne des