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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Aldus' Wirken für die griechische Litteratur. ^Sechstes

hannes Bistoli, Bcncdikt Maregi u. a. Die Kataloge über sein Lager,nebst teilweiser Preisangabe der einzelnen Werke, sind noch erhalten.

Aldus war unter dein mächtigen Eindruck des frischeu geistigenLebens herangewachsen, welches die Ankunft der flüchtigen Griechen inden gelehrten Kreisen seines Vaterlandes hervorgerufen hatte. Es warnicht mehr die juuge Morgeuröte des ersten Wiedererwachens der Wissen-schaften, in der man anfing, die Alten zu studieren und sich der Herrlich-keit der bisher wenig gekannten Schätze zn freuen, uicht mehr die be-geisterte Jugendzeit, in der man noch nach alten Seiten hin Gelehrte aus-sandte, welche bisher noch unbekannte griechische und römische Handschriftenan das Licht fördern sollten; es war vielmehr die Zeit der Lese und derErnte, denn gegen das Ende des 15. Jahrhunderts waren jene Schätzemeistens schon gehoben. So viel indessen schon geschehen war, so bliebdoch noch viel mehr zu thun übrig. Um namentlich die Größe undSchönheit des klassischen Altertums für alle künstigen Geschlechter zuerhalten und weitern Kreisen zugänglich zu machen, dazu bedürfte esder Herstellung korrekter, kritisch bearbeiteter Ausgaben der Schriftsteller,die bisher nur in leicht zerstörbaren, fehlerhaften Handschriften vor-handen waren. Und gerade hier ist es, wo Aldus einsetzt. Seinembegeisterten Streben ist es hauptsächlich zn danken, daß die Mehrzahlder griechischen Klassiker überhaupt erst den Völkern des Abendlandeszugänglich gemacht wurde. Selbst ein vortrefflicher griechischer Philo-loge und Kritiker, wußte er am besten zu beurteilen, welche griechischenGelehrten er als Bearbeiter der Texte, als Korrektoren, Grammatiker,Abschreiber oder auch als Buchbinder beschäftigen sollte. Mit ihrer Hilfestellte er die schönen Folio-, Quart- und Oktavausgabeu her, welche,wenn jetzt auch zum großen Teil veraltet, doch jahrhundertelang dieGrundlage für die griechischen Studien gebildet haben, und noch heutezu deu tüchtigsten Leistungen der damaligen Buchdruckerkunst zählen.Sein erster Verlagsartikel war 1494 die griechische Grammatik desKonstantin Laskaris (eines nach der Einnahme seiner Vaterstadt nachItalien geflüchtet«? Koustantinopolitcmers); ihr folgten von 1495 bis1498 der kritisch durchgesehene Aristoteles in fünf Folianten und1498 Aristophanes . Vor 1495 waren im ganzen nur zehn griechischeBücher in ganz Italien gedruckt worden, darunter 1488 Homer zuFlorenz in einer sehr schlechten Ausgabe; fortan aber vermehrten sich die