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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Aldus' geschäftlicher Verkehr mit Reuchlin,

^Sechstes

In dcu(.-l^irvrum Virornm Lpi8tol».s «cl .Ioa.nnc?m Iik!?iLu1inum",jener Sammlung, wclebe dessen Freunde während des Streits mit Hog-strateu verösfenlliclit haben, finden sich unter andern, auch zwei Briefevon Aldus an Reuchlin. In dem ersten derselben, vom 28. Oktober1592, gibt jener diesen: ausführliche Auskunft über seine Verlagsunter-nehmungen und bietet ihm am Schluß alle diejenigen zum Geschenk an,welebc sciu, des Alduö, eigener Verlag seien und welche Reuchlin etwawünseben sollte.

Welch hohen Wert übrigens Aldus auf des letztcrn Lob legte, gehtans dem zweiten dieser Briefe vom 23. Dezember 1502 hervor, welcheralso lautet:Ich kann Dir kaum schreibe», wie glücklich ich darüber bin,daß Du Dich über meiue Briefe und meine Arbeit freust. Es ist keingeringer Ruhm, wenn der Kleine dem Großen zu gefallen vermag.Jenes Lob, zumal weuu es von einem so bedeutenden Mann wie Dirherrührt, macht mich glaubcu, daß auch ich ewigen Wert besitze. Ichbitte Gott , daß wir uns noch lange und von Tag zu Tag mehr, eineran den Werken des andern erfreuen mögen. Ich halte das nicht fürunmöglich, wenn wir so lange leben als unser dem Dienste der Mensch-heit gewidmetes Leben uützcn kann." Aldus meldet sodann, daß mitAnSuahme zweier, noch nicht fertig gedruckter Werke (des Nonnus undGregoriuSl die von Reuchlin gewünschten Büebcr dessen Agenten be-reits .übergeben worden seien.Ich wundere mich übrigens darüber",fährt er ob des obigen ihm gemachten VorwnrfS gekränkt fort,,daßDu es für möglich hältst, uuscre Bücher dort wohlfeiler kaufen zu können,als hier. Denn ist eine Thatsache, daß sie hier nicht billiger, ja ichkann sagen, daß sie in Venedig teuerer verkauft werden. Ick, suche denGrnnd dafür iu dem Kaufmann, welchen Du erwähnst. Er kauft offen-bar von unserer Gesellschaft in Venedig im großen nnd erhält usanzeu-mäßig die Bücher billiger, damit er bei ihrem Vertrieb etwas gewinnenkann. Außerdem aber zahlt er nicht bar, sondern wir geben ihm Kredit.Sollte er sich deshalb vielleicht einbilden, daß ihn die Bücher nichtskosteten?" Aldus spricht hier mit schneidender Ironie, nicht von einemwirklichen Buchhändler, dessen Handelsbetrieb er natürlich anch im Aus-druck sehr wohl vou dem gewöhnlichen kaufmännischen zu unterscheidenweiß, ,'oudcru in der That von einem Kaufmann. Ob diesernrsi'oawi"ein Italiener war, der neben seinen sonstigen Waren auch mit Aldinen