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Ausnahme von Luthers Erstlingsschristeu.
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Froben schrieb am 14. Februar 1519 an Luther, daß er zahlreicheExemplare seiner Werke in Frankreich, Spanien, Italien , Trabant undEngland abgesetzt habe. ^ Es handelt sich hier um die erste Sammlungvon Luthers Werken, welche der bascler Verleger in erster Auflage imOktober 1518 gedruckt hatte, in zweiler im August 1519 und in dritterim März 1520 druckte. ^ „Deine Schriften", bestätigt Capito (Köpflinaus Hagenan) einige Tage später, „haben wir hintereiuaudcr gedruckt,wie Du aus der Gabe Frobens gleich uach der frankfurter Messe er-sehen wirst, und mit großem Glück innerhalb sechs Monaten verbreitet."Auf diese Nachrichten gestutzt meldete Luther am 14. April 1519 deinKardinal Lang, daß seine Schriften viel von den Theologen der pariserSorbonne gelesen würden und daß Froben alte Exemplare in Italien ,England, Frankreich und Brabant verkauft habe. Spalatin, der imSeptember 1520 aus Frankfurt a. M. au Mutian schrieb, sagt, daßnichts häusiger gekauft, begieriger.gelesen uud fleißiger besprochen werde,als Luthers Schriften. Eine Hauptuicdcrlage derselben war in Basel (bei wem? wird nicht gesagt). Ein bcrner Buchhändler wurde zurWcihuachtSmesse 1519 dahin gesandt und kaufte am Weihnachtsabendeine große Anzahl. ^ Am 23. Mai 1519 schrieb ein Freund an Agrippa von Nettcsheim: „Ich bin durch ganz Basel gewandert, habe jedoch keinExemplar von Luthers Schriften mehr auftreiben können, da alle ver-kauft sind. Es heißt aber, daß sie in Straßburg neu gedruckt werdensollen." 4 In Siebenbürgen waren eS wieder Kaufleute, welche 1519die leipziger Messe besucht hatten und einige von Luthers neuen Werkenmit nach Hanse brachten, wo sie eifrig gelesen, studiert uud erklärt wur-de». ^ „Wir haben", meldet Albert Burer aus Basel am 30. Septem-ber 1519 an Bcatus Rhenanus, „alle Offizinen besucht, aber uirgeudsetwas uuter der Presse gefunden, außer Luthers Schrift über die Ehe,welche Adam Petri druckt/^ „Wenn Du den deutschen Lnther hast",schreibt Jean Vaugris aus Lyon am 22. November 1520 an Amcrbach,„so schicke ihn mir hierher, denn ich habe hier gute Freunde, welche ihnlesen wollen." ? „Schon weiß", schreibt auch der konstanzer General-Vikar Johann Faber 1521 im Mai an Vadian , „durch die Schuld derBuchdrucker ^cder Ungelehrte von dem Luthcrscheu Handel, und alle altenWeiber reden auf offener Straße davon/
Eine der ersten deutschen Flugschriften Luthers war seine Ansprache