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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
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Balthasar Hubmaycr und sein Ende.

^Siebentes

Anfänger und Aufwiegler des ganzen bäuerischen Kriegs. Religiös standHubmayer ganz auf dem damaligen Standpunkt der Wiedertäufer undvon ihm aus predigte er mit starken kommunistischen Zuthaten die Hand-habung des Evangeliums und des göttlichen Rechts. Nach derNieder-werfung" des Bauernaufstandes wandte sich Hubmaher zu Anfang desJahres 1526 nach Mähren und ließ sich in Nikolsburg nieder, wo erunter dem Schutze des Eigentümers der Herrschaft, Leouhard vou Lichten-stein, anfänglich unbehelligt lebte und lehrte. Er hatte eine Druckereiaus der Schweiz her mitgebracht, welche der aus Zürich gekommeneBuchdrucker Froschauer leitete und in der während der zwei Jahre ihresBestehens zahlreiche Schriften derBrüder" in deutscher Sprache ge-druckt wurden. Die größte derselben erschien 1526 unter dem Titel:Ein Gespräch Balthasar Hubmör's von Friedberg, Doktors, auf MeisterUlrich Zwinglens zu Zürich Taufbüchlen von dere Kindertauf. Die Wahr-heit ist untödtlich. Erd, Erd, Erd höre das Wort des Herrens" (9 Bo-gen in Quart). Hubmayer gewann eine große Zahl Anhänger, welcheden König Ferdinand um so mehr beunruhigten, als sie zu Gewalt-thätigkeiten übergingen, Heiligenbilder verbrannten, Sakramentshäuserund Altäre niederrissen und die Priester verspotteten oder gar verfolgten.Der König trat daher mit seiner ganzen Macht dagegen auf.Welcheroder welche", heißt es in seinem Mandat vom 20. August 1527,dieGottheit oder Menschheit Christi, oder auch desselbigen Geburt, Leiden,Auferstehung, Himmelfahrt und dergleichen Artikeln mit freventlichenReden und Predigten antasten oder verachten, die sollen ohn Gnad mitdem Feuer gestraft werden." Da Hubmayer seine Lehren nicht wider-rief, sogar verteidigte, so forderte und erlangte Ferdinand vom Herrnvon Lichtenstein seine Auslieferung. Der Ketzer ward nach Wien ge-bracht und zuerst hier, daun in dem nahen Greifenstein gefangen ge-halten. Die Theologen der wiener Universität , welche unter dem Bischofder Stadt alsIn^uisitores Kg,srst,icg.s cktzxravitatiZ" ein eigenes Ge-richt bildeten, suchten ihn bei wiederholten Besuchen vergebens zum Wider-ruf zu bewegen. So ward Hubmayer denn nach Wien zurückgebracht, indas Schanzenhauö gesetzt, daselbst unter Anwendung der Folter exami-niert und am 10. März 1528 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Diezeitgenössischen Quellen erzählen mit großem Behagen von seinem schwerenGange und geben die kleinsten Einzelheiten über sein Ende.