Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
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Achtes Kapitel.

Die frankfurter Messe.

Alter der Messe. Auftreten des Buchhandels. Peter Schöffer und die Baseler.

Mittelpunkt des deutschen Buchhandels um 1500. Teilnahme der Italienerund Franzosen am Meßverkehr. Die Reise znr Messe. Leben und Webenauf derselben. Besuch seitens der Gelehrten. Geschäftsverkehr auf der Messe.

Der Meßkatalog. - Die Bücherproduktion von 1564 bis 17K5. Die Wir-kungen des großen deutschen Kriegs. Überwuchern des Nachdrucks. Verkehrt-heiten der Behörden. Streben nach lokalem Privilegienschutz. Übergewicht undÜberhebung des holländischen Buchhandels. Verfall der deutschen Buchausstattung.

Der niederländische Buchhandel in seinen Beziehungen zum Mcßverkehr.

(Christoph Plantin . Die Elseviere.)

Frankfurt ci. M. ist schon in alten Zeiten als einer der bedeutend-sten deutschen Markt- und Meßplätze berühmt. Kaiser Friedrich II. nimmtes bereits 1240 unter seinen mächtigen Schutz; spätere Kaiser, wie Lud-wig von Bayern, Karl IV. und Ruprecht, verleihen der Stadt zu denihr früher eingeräumten Vorrechten neue und wertvolle Privilegien, undselbst die Päpste Bonifacius IX. und Sixtus IV. erweisen den dortigenMessen ihre Gunst, sodaß diese gegen Ende des Mittelalters einen derwichtigsten internationalen Märkte Europas bildeten.

Zwei Umstände wirkten zusammen, um diese Bedeutung Frankfurts für den damaligen Großhandel zu befestigen und noch zu erhöhen. Ein-mal war es die günstige Lage der Stadt. Ziemlich im Mittelpunkteder damaligen eivilisierten Welt gelegen, ja fast gleichweit von Lübeck ,Wien, Venedig, Lyon, Paris, Antwerpen und Amsterdam entfernt, knüpfteFrankfurt in erster Linie mittels des Rheins, der im Mittelalter bedeu-tendsten Wasserstraße des Kontinents, ebenso leicht Verbindungen mit