Kapitels Besorgungen. Die Abrechnung, Lauter und unlauter. 471
fremdländischer Litteratur, die nicht immer sofort ausgeführt werdenkonnten; das Gesuchte war eben nicht auf den Meßlagern. Da mußte beifranzösischen und italienischen Buchhändlern herumgefragt und gesucht,die eventuelle Lieferung für die nächste Messe verabredet werden; „Norstociabis eurarn", heißt es in Christoph Plantins Notizen für die Herbst-messe 1575, „aZsncti in xrvxirnis nnnäinis onrn Vsnstv alic^u» diklio-nt ^ffsra-t nobi8 lidrum inaZnura: Noses ^eg^xtieus, <iuoclHuatuvrclöoim lidris 6ivisn8 est."
Dabei mochten sich alle diese Geschäfte auch nicht so ganz glatt undeinfach abwickeln. Denn in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhundertswaren die buchhändlerischen Usancen bezüglich des Rabatt- und Rech-nungswesens noch keineswegs völlig geregelt und feststehend. Der eineVerleger lieferte, wie dies schon im fünften Kapitel erwähnt worden ist,nur zu seinem bestimmten (Netto-)Preis, der „Frankfurter Tax", derandere gewährte Rabatt, aber willkürlich, von verschiedener Höhe, je nachdem Bedarfsquantum der Geschäftskunden; Großsortimenter erhielteneinen wesentlich höhern. Andere Verleger wieder rechneten nach dem Ries-preis. So gab Christoph Plantin , worauf gleichfalls schon hingewiesenwurde, an Herwagens Erben in Basel 12 Vs, au Claudius Meig inBasel 12, an Konrad Waldkirchs Erben ebendaselbst 15, an NikolausBock (d. i. Vögelin) in Leipzig 16, an Hans Stern in Lüneburg 12^, anWiller in Augsburg anfänglich 20, später 25, an Jacques de Zetter inFrankfurt 16^, an seinen Agenten in London sogar 40 Proz. Rabatt.
Weiter mußten die halbjährlichen Rechnungen abgeschlossen, die Zah-lungen geleistet werden. Ersteres aber begann verwickelter zu werden,denn die gleichzeitige Ordinär- und Netto-Rechnung, die vielfach nochbis zum Ende der vierziger Jahre des laufenden Jahrhunderts be-standen hat, fing an sich zu bilden. Die Conten wurden nicht mehrausschließlich „lauter" (netto) geführt, vielfach auch — eben wegen derFraglichkeit der Rabattgewährung und des Schwankens in der Höhe der-selben — „unlauter" (oräinär), wie man sich im 16. und 17. Jahr-hundert auszudrücken Pflegte. Christoph Plantin führte seine frankfurterSchuldregister „unlauter"; erst bei der Abrechnung und Zahlung wurdeder von Anfang an oder nachträglich bewilligte Rabatt in Abzug ge-bracht. So heißt es bei ihm im September 1578 N°. Miller <zuic1c>il)t ü. 140 s. 16 voxsres 1s rabat <zus on lux est aeooustulliö äs