Kapitcl.Z
Abschluß der Meßgeschäfte.
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Seelfisch; auch Johann Oporin in Basel pflegte es. Seelfisch hielt Lagerin Frankfurt a. M. und Wittenberg , Lager von solchem Umfang, daß erAbschlüsse bis zu. 100 Ballen eingehen konnte. Die Abschlüsse und Liefe-rungstermine aber waren die Messen: wiederholt vertröstet er LeonhardThurnehser in Berlin , einen seiner Hauptkunden, für weitere Lieferungenauf die nächste Messe. Spesen oder Verdienst waren bei diesen Trans-aktionen so bedeutend, daß für Leipzig die doppelten Papierpreise galten,wie für Frankfurt . 2«
Waren aber alle diese Geschäfte abgewickelt, dann galt es noch, dasEigene wieder in die gehörige Ordnung zu bringen: das zurückbleibendeLager wieder in Stand zu setzen, die Meßregister in alphabetischer Folgeder Konten der einzelnen Firmen ins Reine zu schreiben; denn in derHast der eigentlichen Meßwoche wurde wohl nur eine fliegende Kladdegeführt. Das Meßregister Sigismund Feyerabends von 1565 läßt diesdeutlich erkennen; es nennt sich selber „Copey oder Abschrift". So ver-längerte sich denn der Aufenthalt der fremden Buchhändler an den Meß-plätzen wohl oft genug über die eigentliche Meßzeit hinaus und wurdedann der Sortimentsvertrieb, der direkte Verkehr mit dem Publikum,gern fortzusetzen gesucht, obschon er — wenigstens in Leipzig — her-kömmlich auf eine einzige Woche beschränkt war. Frühzeitig entwickeltensich daraus schon Streitigkeiten. Es muß dahingestellt bleiben, inwie-weit dies auch für Frankfurt zutreffend ist; in Leipzig aber traten be-reits 1556 die einheimischen Buchhändler deshalb gegen Clemens Bau-douin aus Lyon mit Beschwerden bei dem Rat der Stadt auf. Nurim verschlossenen Laden (es,msi-a, dauss.) durfte er fernerhin nach Schlußder Messe vom Lager abgeben, und noch hundert Jahre später erging esClemens Schleich von Frankfurt und Hanau ganz ebenso, als auch erseinen Geschäftsbetrieb in Leipzig über die Meßzeit auszudehnen ver-suchte. Durch Erwerbung des Bürgerrechts zu seinem Ziele zu gelangen,war für ihn unmöglich; er war „differenter Religion", nämlich ein Re-formierter.
Was die Frequenz der Messen und den Umfang der Geschäfte aufdenselben anbetrifft, so fehlt es leider an genügendem Material, um sichdavon ein auch nur annähernd treues Bild gestalten zu können. Dasim Dokumentenanhang unter IX abgedruckte Verzeichnis der in derHerbstmesse 1569 vor den frankfurter Rät beschiedenen „Buchdrucker,