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Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
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Kapitel.) Die Entstehung des Mcßkcitalvgs. 479

Jahre 1568 wurden ihm auf der dortigen Neujahrsmessc seine gesamtenVorräte wegen eines gegen Feyerabend schwebenden Preß- und Nach-druckprozcsses (OKroniooii lüg-rionis) mit Beschlag belegt.^

Erst von dem Zeitpunkt ab, aus welchem obige Daten stammen, fängtman an, sichern Boden unter den Füßen zu gewinnen. Zwei bedeutsameEreignisse sind es, die fast gleichzeitig eintreten, gleich bedeutsam undvon folgenschwerem Einfluß auf den Gang der Entwickelung der Ver-hältnisse im deutschen Buchhandel: die Errichtung der kaiserlichenBüchcrkommission in Frankfurt a. M. und die Entstehung des Meß-katalogs. Beide Ereignisse besiegeln gleichsam und beglaubigen zugleichden Sieg der Centralisierung des buchhändlerischen Verkehrs, die Er-hebung der Messe zunächst der frankfurter zum Angelpunkt, umwelchen sich dieser Verkehr fortan ausschließlich dreht, von welchem dieEigenartigkeit seiner Organisation in ihrer Weiterentwickelung bedingtwird. Die Geschichte der kaiserlichen Bücherkommission wird ihre aus-führliche Schilderung in dem zehnten Kapitel finden; sie deckt sich förm-lich mit der Geschichte des deutschen Buchhandels des 17. Jahrhunderts.Die äußere Geschichte des Meßkatalogs aber bildet noch eine notwen-dige Ergänzung der Schilderung des Meßverkehrs überhaupt.

Der frankfurter Meßkatalog ^, im Ansang nur uneigentlich so zunennen, verdankt sein Entstehen einem geschäftlichen Bedürfnis des schonmehrfach genannten augsburger Großsortimenters Georg Willer, einesder bedeutendsten, vielleicht des bedeutendsten derjenigen Buchführcr, welchefür eigene Rechnung Lager von Büchern, fremden Verlags hielten undauch außer den Messen an kleinere Geschäftsleute, wie an Private liefer-ten, natürlich auch, um ihren eigenen festen Kundenkreis versorgen zukönnen. Willer, ein regelmäßiger Besucher der frankfurter Messe , unter-hielt eine Filiale in Tübingen und einen Faktor in Wien 2° und hatteso Gelegenheit, die litterarischen Bedürfnisse Süddcutschlands nach ver-schiedenen Richtungen hin kennen zn lernen und zu versorgen. Wie aus-gebreitet seine Kundschaft war, geht unter anderm daraus hervor, daßder laibacher Buchbinder Leonhard Stegmann in der Mitte des 16. Jahr-hunderts nach Augsburg ritt, um dort Einkäufe zu machen." DnrchReisediencr, wie der Kölner Arnold Birckmann, scheint Willcr sein Ge-schäft nicht betrieben zu haben; dagegen schlug er einen andern Weg ein:er druckte und verbreitete Kataloge derjenigen Bücher, welche von ihm