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Plantins Wandlung, Pxotothpograph des Königs. ^Achtes
der That auch förderte. Plantin druckte während der Dauer dieses Ver-hältnisses eine große Anzahl alter Klassiker, lateinische, griechische undhebräische Bibeln, juristische, philologische und medizinische Werke, diedurch ihren korrekten Text, ihr handliches Format, meist in Oktav, Duo-dez und Sedez, und ihre hübsche Ausstattung allgemeinen Beifall fandenund sich eines reichlichen Absatzes erfreuten. Es scheint, daß er 1567seinen Zweck bereits erreicht hatte, da er in diesem Jahre mit seinenPartnern brach, indem er — der bis dahin selbst mehr zu den protestanti-schen Sektirern hingeneigt hatte — sie ketzerischer Ansichten beschuldigte.Eine solche gehässige Anklage erschien damals in den Augen der miß-trauischen spanische» Behörden als ein besonderes Verdienst, konnte ihremUrheber auf alle Fälle nützen, während sie das Opfer nur zu leicht aufden Scheiterhaufen brachte.
Dieser überlaute Eifer, mit dem sich Plantin auf die königliche Seiteschlug, trug seine Früchte; er gewann ihm die Gunst des Kardinals Gran-vella und des königlichen Sekretärs Gabriel de Cahas und durch sie 1570dcu Titel eines Protothpographen des Königs. Schon zwei Jahre vorherhatten ihm die genannten beiden Gönner im Namen des Königs denDruck der Polhglotteubibel (in hebräischer, chaldäischer, syrischer, lateini -scher und griechischer Sprache) übertragen.
Die Herstellung der acht Foliobände dieses großen Werks nahm fastsechs Jahre (von 1568 bis 1573) in Anspruch; die Auflage belief sichauf 1400 Exemplare, deren teuerste Ausgabe 200, und deren billigste70 Gnlden kostete. Außerdem wurden noch zwölf zu Gescheuten bestimmteExemplare für den König auf Pergament gedruckt, welcher in der Folgedafür 21200 Gulden an Plantin zahlte. Diese Bibel, so manche finamzielle Verlegenheit sie zunächst auch für den Verleger im Gefolge hatte,legte den Grund zu dem spätern Weltruhm und Reichtum des HausesPlantin-Moretus.
Von jetzt an widmete Plantin auch einen bedeutenden Teil seinerThätigkeit der Herstellung von Breviarien und Missalen in der Form,welche von dem Tridentiner Konzil festgestellt worden war, von spani-schen Liturgien, Psalmen und Antiphonarien, ohne dabei seine frühernUnternehmungen wesentlich einzuschränken. Trotzdem daß Philipp II. ihmdie versprochene Unterstützung nicht zahlte, trotzdem daß der Bürgerkriegdas Land zerriß und Antwerpen 1576 der Wut der spanischen Solda-