Kapitels
Ludwig Elseviers Geschäftsinanipulationcn.
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Auktion wieder verkaufte, sondern dieses Geschäft auch für RechnungDritter betrieb; „Hui auotions pudlios. äistra-Iientni' in asäidus I^u-äovisi Ll^svirii aä äisrn" u. s. w., oder „Quorum g.uotio undsliiwrin okLsina. Llssviriana äis" u. s. w., heißt es in den Katalogen.'"'Diese Auktionen bildeten auch während des ganzen 17. Jahrhunderts eineSpezialität der Firma und warfen namentlich in dessen erster Hälftegroßen Gewinn ab. Übrigens war Ludwig Elsevier auch um die Wahlseiner Mittel durchaus nicht verlegen. So wandte er alle die Künsteund Mittelchen an, deren sich nicht gerade gewissenhafte Buchhändler be-dienten, um den Absatz ungangbarer Bücher zu befördern. Er machteneue Titelausgaben, wie den Aristoteles von 1616 und den Meursinsvon 1615, und folgte darin einem Brauch, der schon vor 1550 in Ita-lien zu beobachten ist und der auch in Deutschland , z. B. bei JohannGymnicus in Köln bezüglich der Berlagsreste der Werke LeonhardThurnehsers vorkommt; er druckte sogar den Namen eines andern Ver-legers auf den Titel oder erweiterte eine alte Ausgabe um ein paarSeiten und nannte sie eine vermehrte^, wie z.B. die „Llironi^us äst^rion", oder er fingierte auch dadurch neue Werke, daß er einfachderen zwei zusammenbinden ließ, wie den Cluverius von 1611 und„I^ss Ig-otiHuss ä'Llisn st äs I^son" 1613. Kurz, er ist ein erfin-dungsreicher, nie um Auskunft verlegener, schlauer uud Heller Kopf. SeinFleiß, seine Pünktlichkeit, Ausdauer und Sparsamkeit verschafften ihm übri-gens trotzdem die Achtung und das Vertrauen seiner Mitbürger, die ihnzum Borsteher seines Quartiers (Viertels) in Lehden wählten, und sicher-ten ihm die Liebe und das Wohlwollen seiner gelehrten Freunde, wieGruterus, der ihn den „vortrefflichen" Elsevier nannte, und des Putea-nus (De Put), welcher von ihm als seinem Freunde spricht.
Bei seinem Tode war Ludwig Elsevier einer der bedeutendsten Buch-händler Hollands . Neben seinen großen Verdiensten verhalf ihm allerdingsauch das Glück zu so ungewöhnlichem Erfolg: er hatte seine Zeit getroffen.Holland war damals, wie schon oben flüchtig angedeutet, nicht alleineben erst durch Abschüttelung des spanischen Jochs der freieste StaatEuropas geworden, wie es denn auch bald der reichste wurde, sondern eöblühte auch auf als Sitz der klassischen Gelehrsamkeit und wissenschaftlichenKritik und entwickelte jene überlegene buchhändlerische Thätigkeit, welchebisher Deutschland ausgezeichnet hatte. Als Ludwig Elsevier unmittelbarKapp. i. 33