Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels bis in das siebzehnte Jahrhundert : mit 3 lithogr. graph.-statist. Taf. / Friedrich Kapp. Aus. d. Nachlasse d. Verf. hrsg. von d. Histor. Komm. d. Börsenvereins d. Deutschen Buchhändler
Entstehung
Seite
566
Einzelbild herunterladen
 

566

Prozeß gcc>en HanS Wcgler (Gvqercr) in Ingolstadt .

>.Ncuntes

wo er sei. Die Titel seien mit Schweuckfelds Namen bezeichnet ge-wesen; genannter Abcl Werner habe die Bücher stets gebracht und siewieder weggetragen. Wo derselbe jetzt sei, wisse er nicht; er habe ihnseit einem halben Jahre nicht mehr gesehen, ^.cl 4 gestehe er, daß erden Dialogum gedruckt und daß David Pannuke ihn unter dein Ver-sprechen darum gebeten habe, daß er ihn weder zu Augsburg , uoch anderswoals in Frankfurt verkaufen wolle. Derselbe habe ihm auch die Losungfür die ganze Auflage von etwa 1000 Exemplaren bezahlt. Angeschul-digter kenne dcu Verfasser uicht. Abraham Schaller, Sohn des HanöSchaller in Angsburg, habe ihm die Drnckvorlage zugetragen und ge-wünscht, daß er die Jahreszahl postpouicrc uud eiues Druckers Namennicht dazu scbe. 5. Er habe auch die Passiou vom gefangenen Kur-fürsten gedruckt die ihn? obgedachter Abraham Schaller zugebracht, wah-rend dieser ihm den Namen des Verfassers nicht genannt habe, ^.ck 6habe er das Spiel von der Zerstörung des Papsttums für Paunnkenselbst gedruckt und die Formen dazu gcschuittcu, allein nichts davon ge-wußt, daß er's feil haben wollte. Pannnkc sei deshalb auch bis in die17 Wochen gefangen gesetzt uud ein Schuhmacher, des Namens Gott-lieb Whtt, sei auch darob einkommen. Ob aber gedachter Schuhmachersolches gemacht, gebessert oder geändert habe, wisse er nicht. Derselbesei auch bald ans dem Gefängnis entlassen worden und noch ein Bürgeriu Augsburg , ^.ä 7 wisse er vou dem Pasquill,Der Jägerteufel" ge-nannt, nichts und beteuere seine Unschuld. Wcuu mau ihn aus demGefängnis entlassen wolle, so würde er sein ganzes Leben lang nur alsGeselle arbeiten und sich alles verbotenen Drückens enthalten. Er bittennterthänig um Gucide und Entlassung aus dem Gefängnis.

In dem zweiten (peinlichen) Verhör ergänzte Wcgler seine bisherigenAussagen dahin.- Er habe die deutschen Lieder lVolksbücher?! rieswciscfür Georg Willer iu Augsburg gedruckt, aber keine Schriften, noch heim-liche Bücher ihm drucken-helfen; er erinnere sich unter den für denselbengedruckten desRollwagen", desGcscllschaftsgarten" (Gartcngesell--schaft?), desReichsteufel", derZehn Alter", desGehörnten Sieg-fried" und dergleichen Fabeln. Er wisse nicht, wer in Augsbnrg heim-liche Bücher drucke und könne auch nicht sagen, ob Philipp Ulhart undValentin Ottmar es thäten. Es seien ihm andere seltsame Bücher zudrucken auch uicht zugekommen, außer den zweien, welche ihn? der Abraham