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Opposition der sächsischen und Venezianer Buchhändler. sZehntes
Ihr Kais. Maj. Commissarim allein zu überlassen nnd wie vorgemeltIhnen die Hand allezeit nach Erforderung und uff ersuchen zu bieten."
Mag nun der frankfurter Rat eine Ausfertigung dieser Punktationerhalten haben, oder nicht, gleichviel: interessant ist sie, weil sie einer-seits die bald genug deutlicher hervortretende Absicht, der Bücherkom-mission die Beaufsichtigung der Herausgabc des Meßkatalogs in dieHände zn spielen, hiudurchblickeu läßt, — andererseits, weil sie erkennenläßt, wie man sich in Wien die Rechtsbegründung für das angeordneteVorgehen der Bücherkommission zurechtzustutzen bemüht war. Der kaiser-liche Hof beanspruchte auf Grund des später erst schärfer betonten an-geblichen Bücherregals im Reich — mit welchem auch später der An-spruch auf Pflichtexemplare aller neu erscheinenden Bücher begründetwurde — die preßpolizeiliche Beaufsichtigung der fremden Buchhändlernnd Buchdrucker auf der Messe und interpretierte in gezwungenster Weisedie Reichsgesetzc dahin, daß auf Grund derselben dem frankfurter Ratenur das Aufsichtsrecht über die betreffenden einheimischen, ihm mit Pflichtverwandten Gewerbetreibenden zustünde, eine kunstvolle Interpretation,welche bei den spätern Vorkommnissen nicht wieder so unverblümt zuTage tritt. Das erklärt es denn auch, daß — es ergibt sich dies ausden gleich ausführlich zu berichtenden weitern Verhandlungen — keinBuchhändler „so vntcr des Nhats zuc Franckfurtt bottmäßigkeitt" vonden Büchcrkommissarcn belästigt wurde.
Die große Mehrzahl der nach Frankfurt zur Messe gekommenen frem-den Buchhändler fügte sich. Nur die sächsischen Lutheraner (aus Leipzig ,Wittenberg und Jeua) uud die Venezianer machten eine Ausnahme. Dieletztern zeigten sich, wie der Bericht sagt, „ganz trutzig uud widerspenstig"und weigerten sich nicht bloß, die verlangten Freiexemplare herzugeben,„sondern haben auch vou der Commission sich etwas schimpflich vernehmenlassen uud gegen die Commission den Schnips geschlagen". Es scheintnicht, daß sie wegen ihres offenen Ungehorsams weiter behelligt wurden,denn die Akten erwähnen die Venezianer nicht weiter nnd sprechen erstdann wieder von ihnen, als sie infolge der ihnen zuteil gewordenen Be-handlung und des später ausgebrocheneu Kriegs vom Anfang der drei-ßiger Jahre an nur noch vereinzelt nach Frankfurt kamen.
Die sächsischen Buchhändler waren noch weiter davon entfernt, sichdem kaiserlichen Machtgebot in seiger Ergebung zn unterwerfen. Für