Dokumentes SchöfferS Prospekt über Ilier^nMii I5x,i8wlne 1470.
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Was nun den zweiten Vorzug, nämlich die gefällige Anordnung, betrifft,so muß man wissen, daß man nnr mit Schwierigkeit, wie wohl zugegebenwird, eine solche Menge von Briefen uud Büchern auf eiue kleine Zahl vonAbtheilungen hat einschränken können, sodaß die Briefe selbst oder die Bücher,selbstverständlich mit Rücksicht auf die Pcrsoucu oder Materie», uuter ver-schiedenen Gesichtspunkten geordnet aufeinanderfolgen. Wie z. B. die zwischenDamasus und Hieronymus veröffentlichten Briefe, welche den wahrhafte»Glauben, die erlittenen Verfolgungen und den errungenen Sieg schildern,welche insbesondere den Origenes und dessen Vertheidiger Rnsinus betreffen ;welche die übrigen Häretiker, den Helvidius, JoviniauuS, Vigilautius, Thc^sifon, den teuflischen Pelagius, den Helvidius Mouwuus und die Novaciauerstark in Verwirrung setzen nnd den frevelhaften Mnnd seiner Neider ver-schließen. Alsdann die Briefe, welche sich AugustiuuS »ud Hieronymus gegen-seitig schrieben, die auch zur Einführung in ein besseres Leben dienen sollen;ferner die, welche auf die ihnen vorgelegten Fragen antworten;,sodann die,welche zur Ertragung körperlicher Leiden crmahnen uud welche neue Freund-schaften schriftlich anknüpfen und alte wiederherstellen sollen; welche gelehrtüber verschiedene Gegenstände handeln und welche für bestimmte FeierlichkeitenPredigten enthalten. Und solche endlich, welche das srommc weibliche Geschlechtsowohl im Mädchcnaltcr als auch im Ehestand belehren sollen, je nach demUnterschied der Stufen der Jungfräulichkeit, der Witwcnschaft uud der Ehe;von diesen Briefen, sage ich, sollen die einzelnen Arten in besondere Abtei-lungen eingeschlossen werden. Dies sind ein Dntzcnd Körbe von Fragmenten,welche angenehme Glanbenöstlltzeu für Fromme enthalten. Da jene zu An-fang des Bandes geordnet sind, so werden sie alles Folgende gefällig machen,indem das, was der Leser sucht, sich leicht finden läßt.
Was aber den dritten Vorzug, nämlich die möglichst beste Korrektur, be-trifft, so genüge die Bemerkung, daß auf dieses Geschäft viel Arbeit ver-wandt worden ist. Und wenn wir überhaupt alle andern Punkte, so wünschtediesen gewiß der Korrektor für seine Person speziell gut besorgt. Wenn aberdies nicht der Fall sein sollte, da anerkanntermaßen nichts Menschliches voll-kommen ist, so möge der Umstand als Empfehlung nnd zum Troste dienen,daß es wohl kaum ein Buch geben wird, dem dieses in seiner Korrektur nach-stehen möchte. Dies sei einstweilen unsern Freunden, deren Billigung, wiewir zuversichtlich hoffcu, unsere Arbeit finden wird, vertrauensvoll mitgetheilt,damit nicht etwa inzwischen, während der Herstellung unsers Werkes einfremdes Buch als das uusrigc, aber doch ohne, wie das unsere, nach einergenau oben beschriebenen Reihenfolge eingetheilt zu sein, zum Schaden derKäufer untergeschoben werde.
Gegeben zu Maiuz in, Jahre des Herru