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sammlungen) in vielen Folianten, mit denen von hier aus ganz Deutsch-land versorgt wurde, bildeten den eisernen Bestand der AugsburgcrNiederlagen. Eine massive Litteratur, ein massives Gewerbe; sogar diepolemische Litteratur ging ins Große und Bandereiche: die in den 1780erJahren erschienene „Sammlung der Schriften, die seit einigen Jahrenzur Steuer der Wahrheit herausgekommen sind", war 30 Bände stark.Natürlich war damit auch eine starke Übcrsetzungsindustric verbunden,namentlich auf dem Gebiete der eleganten französischen Kanzclrcdcn; solcheWerke, wie sie besonders zahlreich seit den 1770er Jahren herauskamen,erschienen im Umfange bis zu 10 Banden in Auflagen von 3000 bis5000 Ercmvlarcn und fanden den besten Absatz. Auf demselben Ge-biete lag das Besondere des Augsburger Kunsthandels: in der Her-stellung von Heiligenbildern, einmal schlechten und billigen fürs Volk,sodann zierlich gestochenen und kolorierten für die vornehmen Stande.Daneben blühte aber auch in Augsburg Herstellung und Verlag vonilluminierten naturgcschichtlichen und numismatischen Werken, Porträt-Galerien berühmter Schriftsteller und Gelehrten, Sammlungen vonDonau-Ansichten u. dergl. Wie in Nürnberg, so waren auch in Augs-burg die ausführenden Künstler vielfach zugleich die Verleger. In denMcßkatalogcn macht sich der kultur- und handelsgeschichtlich so bedeut-same Augsburger Verlag natürlich gerade mit derjenigen Seite, in welcherseine Eigentümlichkeit bestand, kaum bemerklich; von der Firma Vcithz. B. verzeichnet er nur in den ersten siebziger Jahren und dann umdie Wende des Jahrhunderts ein paar vereinzelte Artikel. Ähnlich istes übrigens mit dem Nürnberger Kunsthandel. Von den 14 Firmendieser Gattung, die Nürnberg gegen Ende des Jahrhunderts zählte, tretenim Mcßkatalog nur drei auf. Von hervorragender Bedeutung ist dabeinur eine, vom Jahre 1778 ab: die Christoph Wcigelsche, dann (seit1781) Weigel ^ Schncidcrsche Kunsthandlung; vorher ist der Anteil derWeigel an den Artikeln des Mcßkatalogs nicht der Rede wert und wirdübertroffen von Ad. Wolfg. Winterschmid (1763—1788) und sogar vonValentin Bischoff (1776—1785). Am kräftigsten sind von den Augs-burgcr Verlegern Matthäus Rieger ^ Söhne (1766) und nächst ihnenC. H. Stage (seit 1763) vertreten. Von den übrigen treten Joh. Jac.Lotters Erben (bis 1753), später I. Wolff (seit 1786) uud Späth(1796—1801) hervor. Die Eberhard Klcttsche, dann Klett Frankesche