Schrämbl, beide in Wien , traten auf, und im Nordeu wurden die zwarteurer» aber geschmackvollem und wohl auch bessern Karten der BerlinerAkademie der Wissenschaften und des Weimarischen Jndustriecomptoirsgefährlich. Im eigentlichen Kunsthandel blieb dagegen Nürnberg vonbesonderer Bedeutung. Im Jahre 1801 bestanden nicht weniger als17 eigentliche Kunsthandlungen in Nürnberg . Ihre verlegerische Be-deutung lag besonders auf dem naturhistorischcn Gebiete. In zweiterLinie stand der Verlag kunstgcschichtlichcr Richtung, landschaftlicher Stiche,endlich von Bilderbüchern und Bilderbogen; Bestelmeyer verlegte unteranderm ein Magazin nützlicher Spielsachen für die Jugend, in dem be-sonders architektonische, mathematische, physikalische Gegenstände abgebildetwaren; die gegen Ende des Jahrhunderts eingegangene Brunnerschc Hand-lung war eine speziell pädagogische Kunstwarenhandlung.
Eine ganz andere Seite des vielgestaltigen deutschen Buchgewerbeswiederum zeigt sich in Augsburg . Die Stadt zählte in den achtzigerJahren drei protestantische und sechs katholische Buchhandlungen undsechs protestantische und fünf katholische Buchdruckercien. Die protestan-tischen Handlungen, durch die Konkurrenz Ulms und besonders Nürn-bergs beeinträchtigt, spielten keine bedeutende Rolle. Eine um so größereBedeutung hatten die katholischen Häuser. Augsburg war der Stapel-platz des katholischen Buchhandels in Deutschland und des Handels mitlateinischen katholischen Büchern nach Italien und Frankreich . Die Fir-men Gebrüder Veith und Joseph Wolf gehörten zu den größten undreichsten Deutschlands, vielleicht, meint Nicolai, Europas . Unermeßlichwaren ihre Niederlagen, und in ihren Schreibstuben wurden Summenumgeschlagen, wie vielleicht von keinem einzigen protestantischen Buch-händler. Sic unterhielten den lebhaftesten Verkehr nach den romanischenLändern, daneben durch die „Güngler" oder „Trägler", die ganze Par-tien bar kauften, mit den Klöstern und Pfarrern des Landes. Dielateinischen Foliautcn der Kanoniker, der Patristiker und Scholastiker, derHomiletiker, dcr Klostergcschichten, MraenlA sanewrnrn, LibliotNöeaöeoneioimwi'Mö, NiUstdlig, eoneioimtovm u. s. w., die Massen derasketischen und andern Schriften fürs Volk, Heiligcnlegcnden, Brüder-schaftsbüchlein, Christenlehren, wunderreiche Exempelbücher, in Mengenvon den Klöstern bezogen und verbreitet, die zahllosen Oktav- undDuodezbände der Gebetbücher, die sogenannten „Prediger" (Predigt-