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Firma Raspes, wie schon vorher Stein Raspe, zugleich die produk-tivste; Raspe selbst soll über 600 Werke verlegt haben (die Meßkatalogcverzeichnen von ihm 1755—86 379 Artikel). Erst spater kamen darinihm ebenbürtige Verleger aus: Weigel Schneiders Kunsthandlung (seit1781) und Ernst Christoph Gratteuauer, der 1779 die ehemals Joh. Geo.Lochnerschc Buchhandlung erkaufte. Eine besonders angesehene Stellungscheint Carl Felsecker eingenommen zu haben, wenigstens liegen Eingabenvor, die von ihm „in Nahmen" der Nürnberger Buchhändler unterzeichnetsind. Der ehedem berühmte Name der Endter war nur noch bis in dieMitte der fünfziger Jahre (W. M. Endterische Eonsorten ^ EngelbrechtWittwe) von einiger Bedeutung; ganz verschwindet der Name (Joh. Andr.Endters Handlung) im Jahre 1792, um erst vier Jahrzehnte danachwieder aufzutauchen; die alte Wolfgang Endterschc Handlung ging 1780aus dem Besitze von Wolfgang Schwarzkopf auf Johann Adam Steinüber, dessen Firma sie annahm; die Joh. Andreas Endtersche Buch- undKunsthandlung war seit 1746 (bis dahin Georg Ernst von Finckler) imBesitze von Paulus Wolfgang Mann (seit 1789 Gebrüder Georg Nico-laus und Caspar Gottlieb Mann).
Die buchgcwerbliche Besonderheit Nürnbergs bestand in seinemKunsthcmdel, der neben den allgemeinen Verlagshandlungen von einerganzen Reihe spezieller Kunsthandlungen gepflegt wurde. Versetzen wiruns in die Auffassuugsweise des 18. Jahrhunderts, das den Landkarten-handel noch nicht als gesonderten Geschäftszweig anzusehen gewohnt war,sondern ihn dem Kunsthandel zurechnete, so ist hier an erster Stelle diealte und weitberühmte Homcmnschc Offizin zu nennen. Der Eber-spergersche Anteil (vgl. Bd. II, S. 369) ging 1762 auf Georg PeterMonath und dann 1804 für 20000 sl. Rheinisch und eine Leihkauf-summc von 500 sl. auf Georg Christoph Franz Fembo über, der endlich1813 auch den Franzschen Anteil (vgl. daselbst) erwarb. Die Bedeutungder Offizin war noch durch das ganze Jahrhundert eine führende. InNürnberg selbst erschienen Landkarten außer bei ihr nur ab und zu inder Weigel-Schneiderschcn Kunst- und Buchhandlung. Von andernStädten kam zunächst Augsburg in Betracht, wo die Lottersche und dieProbstsche Handlung mit der Homannschen Offizin wetteiferten, indessenwurden die Homannschen Karten im allgemeinen bevorzugt. Aber mehrund mehr Konkurrenz sollte Nürnberg erwachsen: Artaria ^ Comp, und