Sechstes Kapitel.
Die Censurverhältnisse.
Ccnsur in Österreich und Bayern bis zur Französischen Revolution. Tie Wahl-kapitnlationen von 1730 und 1792. Censur in Bayern nnd Österreich seit derFranzösischen Revolution. Die Ccnsur im übrigen Süddeutschland; in Prcnßen;im übrigen Norddcutschland.
Ein schmaler Weg: Dinge, die sich schließlich fast in die Geschichteeines Abschnitts aus dem Leben eines einzigen Mannes zusammendrängenließen, führte uns vom Anfang der vierziger Jahre des 18. Jahrhundertsher mitten hinein in eine Zeit, die nun ein ganz neues Bild darbot. Eswar die Zeit des Sturmes und Dranges; der Pfad verbreiterte sich zueinem weit ausgedehnten Kampfplatze, auf dem wir die Schlachten undScharmützel des Nachdrucks und Selbstverlags sich abspielen saheu. Aberes war eine Zeit des Kampfes, weil es eine Zeit des Ncubildens war;der Neubildung auf dem Gebiete sowohl des Buchhandels als des Bücher-markts. Längst vorbereitet, allmählich sich verstärkend, hat diese Wand-lung zu Ende des Jahrhunderts die Stufe des eigentlichen Übcrgehcnsüberschritten und drängt sich nun dem Auge als neue Gestaltung auf.So war es der Durchbruch neuzeitlicher Gestaltung in der buchhündlc-rischcn Organisation und in Lektüre, Verlag, Ausstattung uud Technik, die,indem wir die Schwelle des nachrcichschcn Zeitalters überschritten, unserInteresse gefangen nahm. Wir streben dem eigentliche:? Buchhandel zu; esdrängt uns zu überschauen, wie iu jener merkwürdigen Zeit des Kampfesund der Neubildung das bibliopolischc Deutschland sich ausnahm undder eigentliche Handel mit Büchern sich abspielte und sich fühlte. ZweiGebiete aber sind es, die vorher noch eine gesonderte Betrachtung ver-langen. Wie die Veränderungen in der Organisation und im Bücher-