Viertes Kapitel.
Der Dnrchbruch der neuzeitlichen Organisation.
Zunahme des reinen Verlags und der Zahlungsrechnung. Unzuträglichkciten desTauschhandels. Süddeutsche Sehnsucht uach dem Tauschhandel alten Stils. Rcichs-buchhändler-Haudluugsart und Leipziger Handel. Verbreitung der Konditions-scuduug unverlangter Neuigkeiten außerhalb des persönlichen Meßhandcls. Über-wiegen des persönlichen Meßhandcls mit festem Bezug. Frankaturzwang. DerNcttohandel verzögert die Ausdehnung des Konditionsbezugs ans die geschriebeneBestellung. Ratlosigkeit über die Entwirrung der organisatorischen Gegensätze. —Reformziele der Auswärtigen. — Urteil des Reichsbuchhandels über die Vcrdcrb-lichkeit des Leipziger Handels. Die Nürnberger Schlnßnahme. — Reaktion gegendas Überhandnehmen der unverlangten Sendung. Ausdehnung des Konditions-bczugs auf die verlangte Sendung. Aufkommen der Disponendcn. Ausdehnungdes Konditionsbezugs auf älteru Verlag. — Gründung einer Buchhäudlcrbörse:Göschen, Kummer, Horvath. — Die um bestehende Organisation.
Am 3. Dezember 1787 verschied Philipp Erasmus Reich , zweiTage nach Vollendung seines siebzigsten Lebensjahres. Als er indie Weidmannsche Handlung eingetreten war, betrug ihr Vermögen1200 Rthlr.; Reichs Wittwc erhielt aus der Handlung 10000 Rthlr.— „eine erbärmliche Summe für die Wittwe eines solchen Mannes"(Göschen), und Marie Luise Weidmann verwandte bei ihrem Tode,6. Januar 1793, allein 61900 Thaler zu Legaten — das „alte Fraulein,das nichts zu ihrer Empfehlung hatte, als 200000 Thaler, das Geschäftund einen Lieblingshund mit Namen Mylord" (Göschen). Der Nach-folger Reichs war Reim, der schon im Jahre 1789 starb; ihm folgteGräff.
Das Todesjahr Reichs war das Jahr, in dem Goethe in Rom die„Iphigenie" vollendete und Schiller nach Weimar übersiedelte. Abgelaufenwar die Zeit jener großen Dichter, deren Geburtsjahr um das ersteAnfnngsjahr des neuen Aufschwungs, um das Jahr 1730 gelegen war: