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ihrem Eide entbunden zu werden. Die Zcituugcn, Wochen- und Monats-schriften ertönten von Protcstationen; viele Namen hatten nur als Lock-speise gedient; viele hatten sich die ganze Bedeutung der Sache nichtklargemacht. Bartels erklärte noch im Februar öffentlich seinen Austritt.Wucherer schrieb im Mar; außer sich, daß „das verfluchte Buch, MehrNoten als Text" schon in Wien auf der Censur sei. „Bedenken Sie,was das für einen Lermen unter den Mitgliedern machen wird, undwelcher Gefahr sie mich besonders aussetzt."
Mit der Enthüllung des Geheimnisses der „Deutsche» Union", wiegesagt, hörte die Idee des genossenschaftlichen Selbstverlags auf, denzeitgenössischen Buchhandel zu beschäftigen. Allerdings tauchten auch nach-her noch allerlei Gclchrteubuchhandlungcn und Selbstverlcgcr einigermaßengrößcrn Stils auf. In den Jahren 179(5/97 schlug Johann Bcrnoulli,Direktor bei der Kgl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin, der einenausgedehnten Verlag gehabt haben muß uud auch die Schriften befreun-deter Gelehrten verlegte, den „Überrest seiner Teutschen Verlagsschriften"los, weil er, von da ab auf dem Laude wohuend und Landwirtschaft be-treibend, Ursache hatte, sich „des Büchervcrkehrs zu entschlagen" zuEnde der 1780er Jahre war die Berliner Akademie selbst damit um-gegangen, eine Buch- und Kupferstichhaudlung anzulegen, von der manbesorgte, sie werde dem Buchhandel „vielen Schaden thun"."^ Umdieselbe Zeit, zu Ende der neunziger Jahre, entstanden z. B. die „NeueGelehrten-Buchhaudlung" in Hadamar , deren „Haupttommission" anfangsMeyer in Leipzig hatte und die „Gesellschaft der Littcraturfreuudczu Hamburg ", die ebenfalls eine aus Schriftstellern bcstcheudc Verlags-gesellschaft war. Uber die buchhändlcrischc Litteratur zu Beginn des19. Jahrhunderts spricht vom Selbstverlag wie von einer Sache, derenBlüte der Vergangenheit angehört. In einem Schristchen vom Jahre1803 heißt es: „Und noch jetzt hat man Beyspiele, daß Gelehrte, großeVortheilc erwartend, sich mit diesem Fache cinlaßen, in den erstenJahren aber, wäre cö möglich, wieder abzukommen wünschten, ja mancherwohl gar seinen moralischen Tod ahnet".