Me Kunst zu schenken
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LorneUIe.
schenken ist keine Kunst, aber gut und richtig zuschenken ist ein Stück aus der höchsten aller Künste, derKunst des Lebens. Warum gerade dieses Kapitel seinebesonderen Feinheiten und demzufolge seine besonderenSchwierigkeiten hat, begreift sich schon aus dem Umstand,daß das Geschenk seiner genetischen Natur nach eine Wohl-that ist. Wie aber Liebe und Haß, so grenzen Wohl- undWehethun trotz oder wegen ihres Gegensatzes hart anein-ander. Hier kommt das zur Geltung, was wir Takt nennen,eines jener Fremdwörter, welches sicherlich auch der HerrGeneral-Postmeister des Deutschen Reichs nicht für entbehr-lich erklären zu wollen den Takt hat. Takt bedeutet diegerechte Ausgleichung zwischen dem eigenen Gefühl und demdes anderen, mit der Maßgabe, daß im Zweifel das Rechtdes eigenen Ich dem Recht des anderen zu weichen hat.Takt ist die Blüte der Humanität oder, wenn man sich denmodernsten deutschen Jargon aneignen wollte, das praktischeChristentum im gesellschaftlichen Verkehr, auf welchem Ge-