V,
Fragen an Sie ewigen Sterne.
i.
!)as erste politische Ereignis, dessen Eintritt mir deut-lich vor der Erinnerung steht, war die Juli-Revolution zuParis im Jahre 1830. Ich hatte damals eben das siebenteJahr erreicht, aber es wurde in meiner nächsten Umgebungso viel politisiert, daß der kindliche Sinn schon lebhaft aufdie Weltbegebenheiten hinhorchte. In dem dem Elternhausegegenüberliegenden Laden des alten Junggesellen, der einGeschäft mit Schreibmaterialien betrieb, gingen täglich be-schäftigte und unbeschäftigte Leute aus und ein, die sichbeim Zusammentreffen über die neuesten Begebenheitenunterhielten und — ich vermute — mit mehr oder wenigerWeisheit darüber kannegießerten. Wir Knaben hatten unserHauptquartier da aufgeschlagen, um zuzuhören und dieBilder zu betrachten, vor allem die Schlacht bei Navarinund Kaspar Hauser an der Thorwache zu Nürnberg . Eswaren damals fünfzehn Jahre seit dem Abschluß der Napo-leonischen Ära vergangen. Ehedem hätte man das füreinen langen Zeitraum gehalten und gemeint, danach müßtedas Viertelsäkulum der vorausgegangenen Umwälzungs-periode tief in den Untergrund historischer Vergangenheit