VI.
Wer einige Formen öes geselligenVerkehrs.
Liebe Freundin!
Äls ich Ihnen jüngst klagte, daß unser Schoßkind„Die Nation", sich auf alten Brauch berufend, wieder einenWeihnachtsartikel von mir verlange, ich aber fürchte, geradevom alten Brauch aufgebraucht zu seiu, meinten Sie, ichsollte es doch noch einmal wagen uud gaben mir obigesThema dazu. Ich gehorche, wenn auch uicht ohne Zagen,denn das ist ein klippenvolles Gestade. Zwar hab ich ein-mal vor Zeiten in einer politischen Tischrede unter demBeifall meiner Zuhörer (Mitesser sind meistens ein gütigesPublikum) den Satz ausgeführt, der Mensch solle, was eretwa durch Alter an Autorität erworben habe, dazu ver-wenden, um sich zu kompromittieren, d. h. um Wahrheitenauszusprechen, die ein Jüngerer nicht wagen dürfte, ohnesich seinen Weg in die Zukunft zu erschweren. Aber imweiteren Fortschreiten der Jahre kommt der Mensch, dersich bekanntlich immer ändert, wenn er nicht zu dumm dazuist, auch wieder von diesem Übermut seiner dritten odervierten Jugend zurück und zu der Einsicht, daß er besserthue, das kleine Kapital an gutem Namen, welches er zu-