Druckschrift 
1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
Entstehung
Seite
158
Einzelbild herunterladen
 

158

schickte von seinen fähigsten und thatkräftigsten Leuten indas neue Besitztum, dessen strategische Wichtigkeit, vomMehrer des Reichs so leichtsinnig preisgegeben, dieselbenalsbald vortrefflich begriffen. Es hatte ohne Zweifel einewohlberechnete Absicht bei der Wahl dieser Kommissarien ob-gewaltet, die alle deutscher Herkunft waren. Reubell undHausmann waren Elsässer, Merlin von Thionville (Dieden-hofen) war in dem sogenannten französischen Luxemburggeboren, das nach der Schlacht bei Rocroy vom Reichelosgelöst worden. Zu ihnen gesellte sich bald noch einElsässer, der General Kleber. Allen war im Lanfe derEreignisse noch eine ansehnliche Rolle vorbehalte». DieUltra-Gallier unter den rheinlüsternen Franzosen berufenfich bis heute auf den patriotischen Eifer, welchen die Ein-wohner des Elsasses bei jeder Gelegenheit bewiesen haben.Sie wollen damit den Beleg liefern, daß die Rassen-Gemein-schaft trotz der Sprachverschiedenheit bis an die Ufer desStroms reiche. Aber wir könnten, wenn es nicht einschimpfliches Argument wäre, ihnen entgegenhalten, daßnichts mehr den deutschen Ursprung verrate als diese Be-geisterungsfähigkeit für die Fremde; wir können weiter ausder unleugbaren Thatsache jener elsässischen Anhänglichkeitan Frankreich absehen, welcher energischen und intelligentenVaterlandsliebe die südwestdeutschen Naturen fähig wären,wenn ihnen einmal ein besseres Geschick ein politisches undrespektables deutsches Vaterland angedeihen ließe.

Die ersten Versuche gegen die alten Einrichtungenhielten sich ziemlich schüchtern. Der Lehrstand hatte dieRevolution gewollt, der Nährstand fühlte weniger Neigungzu ihr und hatte schnell das wenige, wie immer bei denersten materiellen Prüfungen, eingebüßt. Der König vonPreußen hatte den Mainzern den Besuch der FrankfurterMesse verboten, aus welcher der ganze Kleinhandel sich