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1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
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spontane Bewegung hervorzurufen, mußten sich endlich diefranzösischen Delegierten, zu denen inzwischen zwei neue,Simon und Grsgoire, gekommen waren, entschließen, dieSache in entscheidender Weise in die Hand zu nehmen.Es wurden Wahlen zu einer förmlichen Konstituante aus-geschrieben, welche die Geschicke der kleinen rheinischen Re-publik in definitiver Weise ordnen, respektive nnbezweifelbarden Anschluß an Frankreich aussprechen sollte. Um aberwählen zu können, mußte man nach mehreren Konvents-dekreten vom Dezember 1793 einen Freiheits- und Gleich-Heits-Eid ablegen, welcher zugleich die Formel der Ab-schwörung von aller sonstigen Unterthanschaft, sowie von allenPrivilegien und Sonder-Rechten enthielt. Die Eintreibungdieses Eides ward nun der Mittelpunkt der gouvernemen-talen Agitation. Die auf den 24. Februar ausgeschriebenenUrwähler-Versammlungen gaben den Vorwand ab. Es er-schienen Dekrete auf Dekrete, ihr nach und uach sich stei-gernder gereizter Ton verrät, daß es mit dem Schwörenschlecht voran ging. Namentlich auf dem flachen Landehatten die zahlreichen französischen Apostel ihre liebe Not.Nc >us rQQQioixg.1isoii8 ä, toros, schreibt Merlin nach Hause,ohne sich der geringsten Illusion hinzugeben, und welcherArt die Begeisterung war, auf die er glaubte rechnen zudürfen, wird aus einem Erlaß anschaulich, in welchem zurBelehrung der Eidverweigerer feierlich beteuert wird: essei nicht wahr, daß, wie man ausgesprengt habe, der Frei-heitsschwur die Verpflichtung zum Kriegsdienst für dieRepublik nach sich ziehe. Auch das half nicht viel, wiees scheint: die Zünfte, die Geistlichkeit und die Dikasterienbestürmten die Kommissare mit Vorstellungen um Rücknahmeder Eidesdekretierung. Der ungestüme Merlin wurde un-geduldig, und vom Bitten wurde zum Drohen, vom Drohenzum Ausführen geschritten, besonders in dem Maße, als