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1 (1898) Studien und Meditationen aus 35 Jahren
Entstehung
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Königstein und Erfurt gebracht und da in feuchten Löcherneiner elenden Gefangenschaft überlasten. Ein Teil dieserUnglückseligen war ausdrücklich dazu vorbehalten worden,deutscheu Gefangenen in Frankreich zur Freiheit zu ver-helfen. Das Geiselnehmen war nämlich, zur Unehre derRevolution, von dieser eingeführt worden. Die französischenHeere hatten schon 1792 bei ihren ersten Einfällen iu Saar-brück, Bliescastel, Zweibrücken Geiseln aufgehoben und insInnere geschickt. Die Österreicher übten hernach Vergeltungim Elsaß und sendeten die von ihnen Ausgehobenen nachMainz uud Wesel in die Festungen. Wahrend der Be-lagerung hatte, wie oben erzählt, der Konventskommissareine Anzahl Mainzer nach Frankreich transportieren lassen,Man hielt sie in Metz uud Nancy gefangen. Bei derKapitulation nun war ausgemacht wordeu, daß eiue gewisseKategorie von Klubbisten so lange zurückgehalten werdensollte, bis jene Mainzer Geiseln entlassen wären. Aberdie Ausführung unterblieb lange, teils durch französische,teils durch deutsche Schuld. Mittlerweile verkamen die Ge-fangenen in den Gewölben alter Festungsverließe, obgleichsich nachträglich ein Umstand herausstellte, der ihre An-sprüche ans Erlösung verstärkte. Während nämlich Mainz durch die Belagerung von Frankreich abgeschnitten und ohneKunde geblieben war, hatte der Konvent das von Forster,Lux und Patocki überbrachte Angebot der Einverleibung indie fränkische Republik angenommen, und so waren die-jenigen, welche dafür optieren wollten, beim Abzug des be-lagerten Heeres, französische Bürger. Zwei Jahr langwurde darüber zwischen den Konventsleuten und den deutscheuAutoritäten negociiert. Merlin nahm sich ununterbrochenrühmlich seiner ehemaligen Schutzbefohlenen an. In seineröffentlichen nnd Privatkorrespondeuz finden wir ihn fort-während dafür thätig, sie ans ihrer Haft zu erlösen. Er