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wiesen, und am allermeisten bei dem französischen System,welches — zum mindesten damals — ihn höchst kümmerlichbezahlte. So drängte sich leicht von der einen Seite derBeamtenservilismus ein, ohne von der anderen das anti-deutsche Vorurteil hinauszudrängen. Nur der Spiritusdes revolutionären Instinktes ging zum Teufel. Die Eitel-keit der fremden Form blieb vorzugsweise Gegenstand derVerehrung. Schauer der Unendlichkeit rieselten den Rückenherab, wenn die Sprache auf die roten Talare des PariserKassationshofs kam, und mit ehrfurchtsvoller Rührung er-zählten die ergrauten Kanzlisten uns spätgeborenen Kandi-daten, wie zur guten alten Zeit der Assisenpräsident seinenfeierlichen Aufzug gehalten und einer Schildwache vor seinerThüre genossen habe; und was der Schnurren dieses Ka-libers mehr waren. Besonders lebhaft schillerten alle dieseThorheiten da, wo sich die soldatischen Reminiscenzen ein-mischten, denn diese waren vielfach im Juristenstand ver-treten. Mancher hatte beim Regierungswechsel den Degenmit der Toga vertauscht, und die Leute, welche sich alsOffiziere der großen Armee in Spanien und Rußland herumgeschlagen hatten, wurden nicht eben die schlechtestenPraktiker. Aber sie blieben stolz auf ihre Feldzüge, ver-zeihlicher Weise. Es schmeichelte dem Selbstgefühl, an denfabelhaften Zügen einer alexandrinischen Periode thätigenAnteil genommen zu haben. Daß man zu Deutschlands Erniedrigung mitbeigetragen habe, mochte keinem beikommen.Es hatte vorher kein Deutschland gegeben und gab keinesnachher. Wer sich davon überzeugen wollte, brauchte bloßdie Akten der schwarzen Kommission nachzusehen, die erunter der Hand hatte, oder die des Bundestags, die ihmnahe lagen. In der besten Gesellschaft hatte man demKorsen gedient. Prinzen aus dem Geblüt des eben neuangestammten Herrschers erinnerten sich mit Wohlgefallen